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Die Pflanze des Monats Mai: Bambus

Der Bambus gehört zur Familie der Gräser, und es gibt von ihm Unterfamilie mit etwa 45 Gattungen und 480 Arten. Dabei handelt es sich durchwegs um ausdauernde, holziger, normalerweise strauch- oder baumähnliche Pflanzen. Die Blütenstruktur der Bambusse entspricht im Grossen und Ganzen jener der Gräser. Allerdings betrachtet man Bambusse aufgrund bestimmter Blütenmerkmale als primitive Gräser.

Die Vielfalt dieser Pflanzen reicht von schilfförmigen Arten, die etwa einen Meter Höhe erreichen, bis zu Giganten, die 50 Meter hoch werden können und an ihrer Basis einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern erreichen. Die meisten Bambusarten wachsen aufrecht, doch gibt es einige, die weinähnlich ranken und mancherorts ein undurchdringliches Dickicht bilden.

Bambusse sind leicht an ihren hölzernen, knotigen Stängeln oder Halmachsen zu erkennen, die Rohr genannt werden. Diese Halmachsen bestehen aus hohlen Abschnitten, den Internodien, die regelmässig durch feste Trennwände – die Nodien – unterbrochen sind. An jedem Nodium schützt eine Blattscheide eine Knospe, die sich entweder zu einem Ast oder einem Blütenstand entwickelt.

Bambusrohr entwickelt sich aus waagrechten, unterirdischen Rhizomen (verdickten Speichersprossen). Hierin werden auch Nährstoffe gespeichert. Je nach Wuchstyp entwickeln Bambusse lange oder kurze Rhizome, die für das Erscheinungsbild und die Verwendung verantwortlich sind. Die Spitzen junger Schösslinge sind durch überlappende Schuppen geschützt, die abfallen, sobald sich die Internodien verlängern. Anfangs wachsen neue Sprosse langsam, aber die Wachstumsrate beschleunigt sich in kurzer Zeit ganz erheblich und kann bei einigen, enorm grossen Spezies bis zu 60 Zentimeter am Tag betragen.

Der Hauptspross trägt keine Blätter und erzeugt normalerweise keine Äste oder Zweige, bevor er nicht voll ausgewachsen ist. Äste entstehen aus Knospen, die sich an allen Nodien befinden, und diese Äste können selbst wieder sekundäre und tertiäre Äste oder Zweige hervorbringen. Erst an den äussersten Zweigen bilden Bambusse ihre normalerweise linearen, flachen und vielfältig geäderten Blätter. Die Halmachsen der Bambusse sind grün, weil sie direkt unter ihrer Oberfläche reichlich Chlorophyll aufweisen. Damit dienen die Halmachsen als wichtige Zentren der Photosynthese, insbesondere weil sie wachsen, bevor sich die Blätter selbst entwickeln.

Die Hauptwachstumsphase des Bambus liegt zwischen Mai und August. In dieser Zeit wächst der Halm zu seiner vollen Höhe. Zuerst wird der Bambushalm auf seine Endhöhe geschoben, erst dann entfalten sich die Zweige und Blätter. Der Austriebszeitpunkt ist je nach Sorte variabel. Bei den meisten in unseren Breiten gepflanzten Bambussen ist es das Frühjahr (Phyllostachys), wobei es auch hier späte und frühe Arten und Sorten gibt; bei den tropischen Bambussen der Spätsommer (Bambusa multiplex 'Alphonse Karr').

Der Bambus ist vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten anzutreffen - vom Meer bis zu schneebedeckten Berggipfeln. Einige wenige Arten besiedeln auch unsere gemässigte Breiten. Die meisten Bambusse gibt es in Südostasien, manche Spezies sind aber auch in Amerika und Afrika zu finden. In Australien kommt Bambus von Natur aus nicht vor.

 Standort, Pflege und Krankheiten

Der Standort entscheidet über das Gedeihen Ihres Bambusses. Ideal für die meisten Bambusse ist ein windgeschützter sonniger Platz. Eine leichte Beschattung im Winter schützt vor zu starker Wintersonne. Einige kleinwüchsige Arten bevorzugen halbschattige bis schattige Standorte und eignen sich somit für Unterpflanzungen. Hier sind vor allem Sasa- und Pleioblastus-Arten aber auch einige Fargesien und Pseudosasa japonica zu nennen. Förderlich für den Bambus ist eine hohe Luftfeuchte, eine gute Wasserversorgung sowie ein humoser, durchlässiger Gartenboden mit leicht saurem pH-Wert. Aber auch hier gibt es Spezialisten unter den Bambussen, die sich auch als Windschutz wohl fühlen, die nur geringe Ansprüche an den Boden stellen und Stadtklima-geeignet sind.

Pflege: Neben der Düngung benötigt am Standort etablierter Bambus nur noch Schnittmassnahmen. Bodendeckende Bambusse sollten jährlich stark zurückgeschnitten oder gemäht werden. Bei aufrechtwachsenden Bambussen sollten Sie berücksichtigen, dass die Halme nach ca. fünf Jahren unansehnlich werden und deshalb herausgeschnitten werden sollten. Wie viel Halme Sie letztlich stehen lassen, unterliegt vollkommen Ihrem persönlichen Geschmack.

Krankheiten treten beim Bambus nur sporadisch auf. Meistens handelt es sich um Mangelerscheinungen oder durch Schädlinge hervorgerufene Beeinträchtigungen. Schädlingsbefall ist ein Zeichen dafür, dass es dem Bambus am Standort nicht gefällt. Was den Bambus schädigt, sind: Staunässe, die sich durch Laubfall, Vergilbung, Absterben und Weichwerden der jungen Halme äussert.

Spinnmilben befallen vor allem Bambus in Innenräumen, dem es an ausreichender Luftfeuchte mangelt. Neben der zu geringen Luftfeuchte wirken sich hohe Temperaturen im Winter auch befallsfördernd aus. Spinnmilbenbefall erkennen Sie an den aufgehellten, weisslich schimmernden Blättern. Bekämpfen Sie die Milben mit handelsüblichen Präparaten für Zierpflanzen. Im Freiland werden vorrangig Pleioblastus-Arten von Spinnmilben befallen. Da man diese jedoch im Frühjahr abmäht, ist ein leichter Befall unbedenklich. Ansonsten ist die Anwendung handelsüblicher, für den privaten Einsatz zugelassener systemischer Pflanzenschutzmittel ratsam.

Blattläuse treten vor allem im Freiland auf. Sie saugen ebenfalls an den Blättern, was aber die Pflanzen in ihrer Vitalität kaum beeinflusst. Auch hiergegen sind im Fachhandel wirksame und umweltschonende Insektizide oder Nützlinge erhältlich. Die Schwarzfärbung der Blätter ist eine Folge des Blattlausbefalls. Diese Schwärzepilze nisten auf den klebrigen Ausscheidungen der Blattläuse (Honigtau). Sprühen Sie die Pflanzen mit Spülmittel ein und brausen Sie sie anschliessend ausdauernd ab oder warten Sie, bis der Regen den Belag für Sie abgewaschen hat.

Schild- und andere Läuse sind in Ihrer Bekämpfung wesentlich hartnäckiger. Zum Glück treten sie bei Bambus in Innenräumen nur äusserst selten auf. Nagetiere wie Kaninchen oder Wühlmäuse können jungen Pflanzen und jungen Trieben durchaus zusetzen. Mittel gegen diese Schädiger sollten nur bei starkem Befall eingesetzt werden.

 Vermehrung und Ausbreitung

Bambussamen Kann man Bambus über Samen vermehren? Diese Frage lässt sich mit einem eindeutigen Jein beantworten. Die Samen sind nur kurze Zeit keimfähig, oftmals können sie auch taub sein. Bis sich eine stattliche Pflanzen entwickelt hat, vergeht geraume Zeit, aber es geht.

Ausläufer sind vom Rhizom, dem Wurzelstock, der Bambusse gebildeten unterirdischen horizontal im Boden wachsenden Triebe, aus denen sich später die neuen Halme entwickeln. Je nach Gattung und Art werden diese unterschiedlich stark ausgebildet oder treten gar nicht auf. Während also zum Beispiel alle Phyllostachys-Arten ein weiter streichendes Rhizomgeflecht bzw. Ausläufer aufweisen, bildet die Gattung Fargesia - der uns allen bekannte Gartenbambus - keine Ausläufer.

Vorteil des Ausbreitens: Man erhält auf Dauer einen richtigen Bambushain mit einzeln stehenden Halmen und bei niedrigen Bambussen eine exzellente Flächendeckung. Demgegenüber stehen die Halme bei Fargesien immer sehr nah beieinander.

Nachteile: Wenn Bambus sich ungehindert ausgebreitet hat, bleibt als Massnahme zur Eingrenzung meist nur das Abstechen und Ausgraben der Rhizome. Dieser schweisstreibenden Arbeit ist auf jeden Fall der vorsorgliche Einbau einer Rhizomsperre vorzuziehen. Hier erhalten Sie Rhizomsperre‚ aus 2mm starkem Kunststoff, die Sie ca. 65 cm tief eingraben und unbedingt an den Enden miteinander verschrauben sollten.

 Bambus im Kübel und auf der Terrasse

Macht sich wunderbar als Sichtschutz aber auch als schöne Einzelpflanze. Wählen Sie das Pflanzgefäss aber ausreichend gross, in etwa dreimal so gross wie der Wurzelballen. Sorgen Sie für Drainage im Pflanzgefäss. Ausserdem sollten Sie darauf achten, dass der Wurzelballen vor dem Durchfrieren geschützt ist und somit nicht in der Wintersonne vertrocknet. Darum sollte im Winter eine windgeschützte Stelle für die Pflanze vorhanden sein. Achten Sie schon bei der Sortenwahl auf ausreichende Winterhärte, wenn die Pflanze im Freien überwintern soll. Auch das Pflanzgefäss sollte frostfest sein. Vermeiden Sie Standorte mit starker Verdunstung. Hier können besonders im Winter Schäden durch Vertrocknen auftreten. Giessen Sie die Pflanzen regelmässig, auch im Winter an frostfreien Tagen. Am besten überwintern Sie Ihren Bambus, indem Sie ihn im Herbst auspflanzen. Wenn Sie den Bambus im Haus überwintern wollen, bedarf es eines hellen Standorts mit entsprechend hoher Luftfeuchte. Sind die Bedingungen nicht optimal nimmt es der Bambus Ihnen übel und zeigt braune Blattspitzen und wird anfällig für Schädlinge.

Und aufgepasst vor Wucher: Ein hamburger Architekt erzählte an einem Symposium vor 400 Botanikern, dass ein Bambusrhizom aus einem Pflanztrog auf einer Penthouse-Terrasse, durch die Isolation innen rein und dann im Badezimmer zwischen den Marmorplatten (das Haus bfeand sich im hamburegre Edel-Quartier Blankenese), in der feinen Fuge, nach oben kam. Links ein Blättchen, rechts ein Blättchen und oben eines, noch ein wenig zusammengerollt.

 Systematische Einordnung:

Bambusse gehören zur Familie der Gramineae, sie bilden die Unterfamilie Bambusoideae. "Bambus."


 
Bambusse gehören zu den vom Menschen meistgenutzten Pflanzen. In den Tropen werden sie zur Herstellung von Häusern, Flössen, Brücken und Gerüsten gebraucht. Gespleisste und flachgedrückte Bambusrohre dienen als Böden, und durch Flechten können Körbe, Matten, Hüte, Fischfallen und andere Erzeugnisse hergestellt werden. Halmachsen besonders grosser Arten dienen als Gefässe für Flüssigkeiten. Aus Bambusbrei wird Papier hergestellt, und aus anderen Teilen des Bambus lassen sich Angelruten, Wasserleitungen, Musikinstrumente und Essstäbchen fertigen. Viele Bambusse werden als Zierpflanzen kultiviert, und die jungen Keime sind als Gemüse essbar. Auch die Samen dienen der Ernährung.


 
Die jungen Sprosse vieler Phyllostachys-Arten sind essbar. In unseren Breiten dürfte aber wohl kaum eine ausreichende Mahlzeit zur Ernte im Frühjahr anfallen. Geerntet werden die jungen Sprosse kurz nach dem Austrieb. Hervorragend geeignet ist Phyllostachys edulis, aber auch die Sprosse von Ph. glauca oder Ph. nigra 'Boryana können gegart verzehrt werden. Für kleinere Mengen frischer Bambussprosse fragen Sie uns oder schauen nach Dosen im nächsten Asia-Shop.


 Der Panda-Bär ernährt sich von Bambusse. Der hier abgebildete in den Bergwäldern Chinas lebende Grosse Panda ist vom Aussterben bedroht.

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