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Die Pflanze des Monats Juni:
Der Flieder

Wenn sich frühblühende Sträucher wie Rhododendren oder Kamelien verabschieden und der Flieder blüht und duftet, ist der Frühling erst richtig da. Es handelt sich dabei meist mehrstämmigen Sträucher, die manchmal zu kleinen Bäumen heranwachsen. Lila ist die typische Blütenfarbe dieser Pflanze, die der Familie der Ölbaumgewächse angehört. Es kommen auch andere Farben vor: Sie reichen von hellrosa bis dunkelrot. Bei der Wahl der Pflanze gilt zu beachten, dass Weisser Flieder zwar spektakulär aussieht, aber er wird unansehnlich braun, wenn er ausgeblüht hat.

 Das Wichtigste in Kürze

Flieder gehört zur Gattung winterharter Sträucher aus der Familie der Ölbaumgewächse. Zu der in den gemässigten Zonen Europas und Asiens heimischen Gattung gehören rund 25 Arten, von denen viele kultiviert werden. Der Gemeine Flieder ist ein grosser Strauch, der bis zu sechs Meter hoch wird. Im Frühjahr entwickelt er duftende fliederfarbene (violette) Blüten. Der in Osteuropa heimische Strauch ist in allen gemässigten Zonen eingebürgert und wird dort auch kultiviert. Der Persische Flieder ist ein 1,20 bis drei Meter hoher kleiner Strauch, der im Frühjahr hellviolette Blüten entwickelt. Der Bogenflieder (eine rosablühende Art) und der Ungarische Flieder (eine violettblühende Art) sind grosse Sträucher, die im Frühsommer blühen. Flieder wird mit Hilfe von Samen, Absenkern und Ablegern vermehrt, gelegentlich auch durch Pfropfen auf Liguster-Unterlagen.

Verwendung: als Einzelpflanze oder als Blütenhecke geeignet, schön in Kombination mit cremefarbigen Staudenlupinen, rosa Strauchrosen, Geranium endressii

Boden: bevorzugt mässig trockene bis frische Böden. Flieder muss aber unbedingt in einem durchlässigen Boden stehen. Bei Staunässe geht die Pflanze sehr schnell ein.
 
Standort: sonnige Plätze werden bevorzugt – Flieder wächst aber auch im Halbschatten –, wegen seiner Rauchhärte besonders fürs Stadtklima geeignet. Der Gemeine Flieder und seine Veredelungsformen und der Chinesische Flieder lieben kalkhaltige, durchlässige, fruchtbare Böden. Bogen-, Perlen- und der Ungarische Flieder gedeihen am besten an feuchten Standorten.

Pflanzung: Flieder wird in der Regel als Containerpflanze angeboten, die jederzeit ausgepflanzt werden kann, wenn das Wetter es zulässt.

Schösslinge können ausgegraben und umgepflanzt werden. Es wächst dann allerdings immer nur eine wilde Sorte, nicht die veredelte Zuchtsorte. Zuchtsorten werden meist gepfropft. Das ist gar nicht so einfach. Die meisten Gartenfreunde fahren besser, wenn sie Pflanzen kaufen.

Pflege: verwelkte Blütenkerzen sofort entfernen, und die Blüte fällt im nächsten Jahr um so üppiger aus. Ein Rückschnitt trägt zur Verjüngung des Flieders bei. Man schneidet am besten nach der Blüte. Ein kräftiger Rückschnitt ist nicht schädlich, es kann aber bis zu drei Jahre dauern, bis der Flieder wieder anfängt zu blühen. Ein fortlaufender Schnitt ist somit eher empfehlenswert.

Giessen: Wenn es nicht gerade sehr trocken ist, muss der Flieder ausser nach dem Pflanzen nur selten gegossen werden.

Winter:Syringa vulgaris und Zuchtsorten sind winterhart und stehen die meisten Winter unbeschadet durch.

Blüte: bis 30 cm lange Rispen, dunkelpurpurrot, V/VI
 
Blatt: die sommergrünen, oval- bis herzförmigen Blätter werden 5 bis 12 cm lang
 
Wuchs: dichtastiger, kugeliger Busch
 
Höhe: 4 bis 6 m hoch und 3 bis 5 m breit

  Herkunftsgeschichte

Ursprünglich blühte der wilde Flieder nur auf dem Balkan und wurde erst im 16. Jahrhundert durch die osmanischen Eroberungen in Mitteleuropa kultiviert. Auf der Balkanhalbinsel wächst noch heute die kleinwüchsige Wildform der Pflanze. Die erste erhaltene Abbildung von blühendem Flieder stammt aus dem Istanbul des 16. Jahrhunderts. Ein Botschafter von Ferdinand I., dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, hielt sich damals in Begleitung eines Arztes und eines Zeichners in Istanbul auf.

Auch sprachhistorisch lässt sich nachweisen, dass die Osmanen den Flieder verbreiteten: So ist die Bezeichnung für Flieder dort auf drei Wurzeln zurückzuführen. Der Name «leylac» weist auf türkisch-arabische Wurzeln, «argovan» auf den persischen Ursprung hin. Der Terminus «paschalia» stammt aus dem Griechischen und bedeutet «Osterpflanze», da der Flieder während des griechisch-orthodoxen Osterfestes blüht. Im Bulgarischen, Serbischen, Albanischen, Kroatischen, Ungarischen und Slowakischen finden sich die türkisch-arabischen und die persischen Wurzeln wieder.

  Die ausführliche, weiter führende Version dieses Textes
befindet sich auf der 3sat-Website

 Systematische Einordnung

Flieder bildet die Gattung Syringa der Familie Oleaceae. Der Gemeine Flieder wird systematisch als Syringa vulgaris bezeichnet, der Persische Flieder als Syringa persica, der Bogenflieder als Syringa reflexa und der Ungarische Flieder als Syringa josikaea.

Quellen: Microsoft Encarta '99, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)

 

 Ergänzende Infos:


  Der Flieder ist eine der ältesten und beliebtesten Gartenpflanzen.


 
Der Flieder blüht von Mai bis Juni und bevorzugt sonnige Standorte.


  Als Strauch oder kleiner Baum kann er bis zu sechs Meter hoch werden.


  Die Blüten stehen in dichten, sich verzweigenden Blütenständen. Ihre äussere Blütenhülle ist zu einer vierzipfeligen Kronröhre verwachsen, die innere Blütenhülle ist vierlappig; weiter finden sich zwei Staubgefässe (männliche Blütenorgane) und ein solitärer zweikammeriger Stempel. Die Frucht ist eine Kapsel, die an ihrer Rückseite aufspringt.