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Die Pflanze des Monats Mai 06:
Die Fuchsie

Die Fuchsie ist eine Gattung tropischer und subtropischer Pflanzen (Nachtkerzengewächse). Weil sie auch ohne Sonne von Mai bis Oktober üppig blühen, zählen sie zu den beliebtesten Balkonpflanzen. 

Fuchsien sind aber keine Tropenpflanzen im eigentlichen Sinne, obwohl sie in tropischen Gebieten beheimatet sind. In der Natur kommen Fuchsien in Wäldern und schattigen Lebensräumen vor allem in den Bergen Mittel- und Südamerikas vor. Erst in der klimatisch gemässigten Südspitze finden sie auch in den Tieflagen geeignete Lebensbedingungen.

Entdeckt wurde die Fuchsie vor rund 400 Jahren vom Missionar und Botaniker Charles Plumier und beschrieben. Er benannte sie nach Leonhart Fuchs, einem deutschen Arzt und Botaniker des 16. Jahrhunderts, dessen berühmtes «New Kreüterbuch» 1543 in Basel erschien. (Quelle und mehr dazu: bogabrueglingen.ch)

Arten

Ursprüngliche stammen Fuchsien-Arten wohl aus den peruanischen Anden. Von dort aus breiteten sie sich nach Norden über die mittelamerikanische Brücke bis nach Mexiko und nach Süden bis nach Feuerland (Tierra del Fuego) aus. Vier Arten haben die weite Reise über den Südpazifik geschafft und wachsen auf Tahiti und in Neuseeland. Eine unter ihnen ist mit 10 m der höchste Fuchsienbaum, während eine andere, kriechende Art nur 5 cm hoch wird.

Verschiedene Fuchsienarten unterscheiden sich in ihrem Erscheinungsbild sehr stark voneinander. Einige Arten sind Kletterpflanzen, andere kleine Bäume, die meisten nicht kultivierten Fuchsien sind jedoch Sträucher. Die Anzahl der verfügbaren Fuchsiensorten unwahrscheinlich gross. Sie alle haben die typischen hängenden Blüten mit langem Kelch, abstehenden Kelchblättern und um die Staubfäden gelegte Blütenblätter. Es gibt sie mit weissen, rosafarbenen, roten, violetten und mit zweifarbigen Blüten. Die meisten Kulturformen der Fuchsien sind Varietäten oder Hybriden der Wildformen. Zu den attraktivsten Kulturformen gehört die Garten-Fuchsie, die purpurrote Kelchblätter und violette, rosafarbene oder weisse Kornblätter aufweist.

Zur Gattung gehören niedrig wachsende Arten wie etwa die Fuchsia procumbens, die nur wenige Zentimeter hoch wird und in Mitteleuropa gelegentlich in Steingärten kultiviert wird, genauso wie die Fuchsia excorticata, die zu einem Baum heranwächst und eine Höhe von fast zehn Metern erreicht.

Die Mehrzahl der Arten sind jedoch Sträucher, die je nach Art unterschiedlich dicht verzweigt sind. Einige wenige Arten wachsen auch rankend an anderen grösseren Pflanzen empor. Die Fuchsia tunariensis wächst sogar als Epiphyt auf Baumzweigen oder an Felsen. Sie zeichnet sich durch knollige Wurzeln aus.

Die Arten im Detail: de.wikipedia.org

Standort und Pflege

Standort: Nur sehr wenige Arten und Sorten der Fuchsie eignen sich für die Kultur im Zimmer. Die meisten Arten leiden unter der zu geringen Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen. Sie mögen auch keine Fensterbank, die sich über einem Heizkörper befindet. In der Regel vertragen sie zudem keine direkte Sonnenbestrahlung, müssen jedoch sehr hell stehen. Es ist aber nicht so, dass alle Sorten keine Sonne vertragen. Es gibt Züchtungen, die auch in der Sonne prächtig blühen, z.B. die Triphylla-Hybriden oder Traubenfuchsien. Faustregel: Fuchsien in kräftigen Farben können heller stehen als solche in zarten Farben
Und aufgepasst: Die Blüten von Fuchsien scheiden ausserdem grosse Mengen von zuckerhaltigem Nektar aus, der das Mobiliar und die Bösen nachhaltig beschädigen kann.
Häufiger als in Wohnräumen werden Fuchsien deshalb in Balkonkästen oder als Kübelpflanze im Freien kultiviert. Von Mai bis Ende Oktober können sie im Freien stehen. Dabei sollte der Standort hell bis halbschattig sein. Wichtig: Fuchsien wollen den Wind spüren!

Giessen / Düngen: Während der Wachstumsperiode im Sommer sind sie reichlich zu giessen und zu düngen (düngen Sie niemals eine trockene Pflanze! ), so dass der Boden immer feucht, aber nicht nass ist. In der Wachstumszeit von Mai bis August muss die Pflanze reichlich gegossen und wöchentlich gedüngt werden. Der Boden darf niemals völlig austrocknen. An heissen, windigen Sommertagen muss man mehrmals täglich giessen.

Schnitt: Damit Fuchsien schön buschig bleiben, werden sie im Frühjahr, wenn die ersten Blätter erscheinen, zurück geschnitten. Bei Sträuchern entfernt man die Spitze der Hauptäste und kürzt die Seitentriebe auf ein oder zwei Blattpaare ein. Bei Hochstämmchen kann man alle Äste bis auf zwei oder drei Blattpaare zurückschneiden.

Tipp: Die Samenstände müssen rechtzeitig entfernt werden, weil sie der Pflanze zuviel Kraft entziehen.

Umtopfen: Jährlich im Frühjahr, wenn die Pflanzen neue Triebe bilden, müssen sie umgetopft werden. Sie werden in eine leicht saure, nährstoffreiche Erdmischung gesetzt, die aus zwei Drittel Blumenerde, einem Drittel guter Gartenerde und 5 g Langzeitdünger pro Liter Erde besteht.

Überwinterung: Im Winter müssen sie vor dem ersten Frost eingeräumt werden und in einem kühlen, hellen oder dunklen frostfreien Raum bei 4 bis 10 Grad überwintern. Danach sind sie alle zwei bis drei Wochen zu giessen, die Wurzelballen dürfen nie ganz austrocknen.
Zur Überwinterung schneiden Sie die noch blühende Fuchsie um 1/3 zurück. Im Februar/März, wenn der Austrieb beginnt, schneiden Sie die Triebe noch einmal um 1/3 zurück und stellen die Pflanze anschliessend heller.

Vermehrung: Fuchsien vermehren sich in der freien Natur über Samen. Im Gartenbau wird meist die Vermehrung über Stecklinge bevorzugt. Sie erfolgt von Frühjahr bis Herbst. Die Stecklinge werden auf drei Blattpaare zurück geschnitten, die Blätter gekappt und in ein Torf-Sand-Gemisch gesteckt. Nach dem Angiessen wird als Verdunstungsschutz eine Plastikfolie übergestülpt.

Krankheiten und Schädlinge: Blattrandkäfer, Grüne Blattläuse, Weisse Fliegen, Spinnmilben und Grauschimmel können zum Problem werden. Beim ersten Anzeichen von Rost müssen die infizierten Blätter entfernt werden und notfalls mit einem systemischen Fungizid besprüht werden.

Mehr zum Thema:

Nachtkerzengewächse

Familie einjähriger bis mehrjähriger Pflanzen, vor allem aus gemässigten Klimaregionen der westlichen Hemisphäre. Der Name bezieht sich auf die nachtblühenden Arten einer Gattung, insbesondere auf die Gemeine Nachtkerze. Diese zweijährige Pflanze, die über 1,2 Meter hoch wird, hat grosse gelbe Blüten. Andere Vertreter dieser etwa 200 Arten umfassenden Gattung werden ebenfalls wegen ihrer Blüten gezüchtet, deren Farbpalette von weiß bis lila-rot reicht.

Systematische Einordnung:

Fuchsien bilden die Gattung Fuchsia in der Familie Onagraceae. Die Garten-Fuchsie wird wissenschaftlich als Fuchsia hybrida bezeichnet.

Nachtkerzen bilden die Familie Onagraceae. Die Gemeine Nachtkerze trägt die botanische Bezeichnung Oenothera biennis.


 Ergänzende Infos:

fuchsie
Die Fuchsie eignet sich, je nach Sorte, für die Bepflanzung von Balkonkästen, Ampeln, Schalen und Kübeln.

fuchsie
Die Blüten vieler Fuchsienarten sind Vogelblumen – sie werden von schillernden Vögeln der amerikanischen Tropen besucht, den Kolibris. Einige Merkmale der Fuchsienblüte weisen auf diese Vogelbestäubung hin. Das grelle Rot zieht die Aufmerksamkeit der Vögel an, während die Blüten kaum duften, da Blumenvögel einen schlecht ausgebildeten Geruchssinn besitzen.

fuchsie weiss
Weltweit werden über 20.000 Fuchsien-Sorten gezüchtet und erreichen eine Höhe von bis zu 15 Metern. Die Anbaugebiete der Fuchsie sind neben Mittel-, und Südamerika auch England, Irland und Mitteleuropa.

fuchsie lila
Kelch- und Kronblätter sind bei vielen Fuchsienarten und -sorten verschieden gefärbt. Das Farbspektrum reicht von violett über rot und rosa bis weiss. Blüten, die rote Kelchblätter haben, können weisse oder blaue Kronblätter besitzen. Daneben gibt es aber auch Arten, bei denen Kelch- und Kronblatt identisch gefärbt sind.

Gemeine Nachtkerze
Die Gemeine Nachtkerze

 

Quellen: Microsoft Encarta 2005, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)