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Die Pflanze des Monats September:
Die Glyzinie

Eigentlich heisst der eindruckvollste aller Kletterkünstler unter den Pflanzen Blauregen, botanisch korrekt wird er indes als Wisteria bezeichnet, meist spricht man aber von der Glyzinie. Es liegt auf der Hand, dass die Pflanzen den Namen Blauregen wegen ihrer herabhängenden blauen Blüten erhielt. Die blauvioletten Blütentrauben leuchten von Mai bis Juni, manchmal ist auch noch eine Nachblüte im August möglich.

Die Bezeichnung Glyzinie oder auch Glycine entstand dadurch, dass Carl v. Linnes den Blauregen zur Glycinen-Gattung zählte. Die wiederum hat ihren Ursprung in dem griechischen Wort glykys und steht für süss, da einige Glycinien-Arten süss schmeckende Wurzelknollen haben. Den botanischen Namen Wisteria bekam die Gattung in Erinnerung an den Anatomen Caspar Wister (1761-1818) aus Pennsylvania. Und der Artname sinensis bedeutet chinesisch und weist auf den Ursprung der Pflanze hin.

Sie stammt nämlich nicht etwa aus dem Mittelmeerraum, wie man aufgrund der vielen mit den blauen Blütentrauben behangen Pergola und Hausfassaden in Italien und im Tessin meinen könnte. Nein, die Glyzinie wurde 1820 aus Ostasien (China, Korea und Japan) nach Europa eingeführt.

Die Blütentrauben können bis zu 50 Zentimeter lang werden – je nach Art und Sorte. Die Farbnuancen der Blüten sind ebenfalls von der Sorta abhängig und variieren je nach dem von violett- und blau. Es gibt aber auch Sorten mit weissen oder rosafarbenen Blüten. In den Gartencentern und Baumschulen gibt es verschiedene Arten. Der Chinesische Blauregen (Wisteria sinensis) blüht bereits ab April und zwar vor dem Blattaustrieb, während sich die Blüten des Japanischen Blauregens (Wisteria floribunda) ab Mai gemeinsam mit den Blättern entwickeln. Unterschiede gibt es aber nicht nur bezüglich der Blüte: Der Chinesische Blauregen windet sich links, also entgegen dem Uhrzeigersinn herum, während der Japanische Blauregen eine rechtswindende Pflanze ist.

Der Blauregen gedeiht am besten an einem sonnigen, warmen Standort auf nährstoffreichem, durchlässigem Boden – kann aber auch in Töpfen gehalten werden (allerdings empfiehlt es sich, ihn jeweils im Sommer zurück zu schneiden). Bei Trockenheit sollte gewässert werden.

Die Pflanze besitzt keine «Arme und Beine» um sich festklammern zu können. Wächst die Glyzinie wild in der Natur, klettert sie an anderen Pflanzen in die Höhe, um ans Licht zu gelangen. Damit er an einer Fassade, einer Mauer oder einer Pergola emporwachsen kann, benötigt er als ein Gerüst aus Holz, Draht oder noch besser Drahtseil (Durchmesser von etwa 8 mm). Regenrohre eignen sich nicht als Kletterhilfe, da sie von der Pflanze zusammengedrückt werden können.

Tipp: Durch regelmässiges Stutzen kann man auch freistehende Sträucher und Bäumchen ziehen.

Pflege und Vermehrung:

Die Pflanze ist winterhart, braucht aber einen warmen, geschützten und warmen Standort in sonniger Lage und gute Erde.

Im Frühsommer braucht die Pflanze viel Wasser.

Rückschnitt fördert üppigeres Blühen: Die Blüten erscheinen auf den Vorjahrestrieben. Die Triebe, die man für den Zuwachs benötigt, schneidet man im August an der Spitze zurück auf die gewünschte Länge, dann wird die Blüte reichlicher.

Die Anzucht der Samen ist von Januar bis September möglich. Auch durch Absenker kann man die Glyzinie vermehren. Man pflanzt stets im Frühling, wobei auf 30 - 50 cm zurückgeschnitten wird.

 Giftpflanzen (Quelle: Microsoft Encarta Enzyklopädie 2001)

Möglicherweise ist jede hundertste Pflanzenart giftig, jedoch sind bisher noch bei weitem nicht alle Giftpflanzen sowie Giftstoffe identifiziert worden. Giftige Pflanzen finden sich als Wildpflanzen in aber allen Lebensräumen, in Wäldern (wie das Christophskraut, die Tollkirsche oder das Maiglöckchen), an Wald- und Wegrändern (Doldenmilchstern oder Fingerhut), in Sümpfen und Gräben (Schierling), auf Magerweiden und -wiesen (Eisenhut oder Wolfsmilch-Arten), in Gebüschen und an Strassenrändern (Spindelbaumgewächse wie das Pfaffenhütchen) und in Parks (Lorbeerrose). Besonders viele Giftpflanzen gibt es unter den Zierpflanzen, die aus den verschiedensten Ländern stammen; bekannte Beispiele sind die Glyzinie, der Goldregen oder der Oleander. Giftige Stoffe dienen Pflanzen vermutlich als Schutz, denn stark giftige Pflanzen werden von Säugetieren und Vögeln in der Regel nicht gefressen.

Die Giftstoffe, die sie enthalten, sind chemisch und von ihrer Wirkungsweise her sehr verschieden. Bisher hat man allein über 20 verschiedene Giftstoffgruppen identifiziert, darunter Alkaloide, Glucoside, Saponine, Harze, Oxalate, mit Licht reagierende Bestandteile sowie aus dem Boden aufgenommene Mineralstoffe, beispielsweise Selen oder Nitrate. Längst nicht alle pflanzlichen Gifte sind bekannt. Auch in welchen Pflanzenteilen sich Giftstoffe befinden, kann je nach Pflanzenart sehr verschieden sein. Bei manchen konzentrieren sich diese in den Wurzeln, etwa beim Schierling, bei anderen dagegen in den Früchten wie beim Seidelbast. Der Giftgehalt einer Pflanze kann sich im Lauf der Zeit verändern, wobei die meisten Pflanzen im Verlauf ihrer Entwicklung giftiger werden; es gibt aber auch Pflanzen, die zwar in ihrer Jugend giftig, später aber ungiftig sind, etwa die Spitzklette.

Bestimmte Wirkstoffe reizen im direkten Kontakt die Haut, wie bei der Brennnessel; andere rufen eine allergische Reaktion hervor, zum Beispiel Giftsumach oder Riesenbärenklau (Hautberührung zusammen mit Einwirkung ultravioletter Strahlung). Die meisten Gifte wirken jedoch erst, wenn sie direkt in den Körper gelangen. Fast immer geschieht dies, indem sie verschluckt werden, wobei insbesondere Kinder gefährdet sind, wenn sie die attraktiven Früchte, Blüten oder Blätter von Pflanzen sammeln und verzehren. Ein durchschnittlicher Erwachsener muss in der Regel über 50 Gramm der giftigen Pflanzenteile zu sich nehmen, bevor ein Gift wirkt, bei Kindern ist die Menge entsprechend geringer. Es gibt jedoch auch Pflanzen, die schon in sehr geringer Dosierung giftig sind. Beispielsweise reicht der Inhalt von ein oder zwei Samen des Wunderbaumes aus, um ein Kind zu töten.

Nach dem Verzehr kann das Gift entweder unmittelbar auf den Verdauungstrakt wirken (etwa bei Dieffenbachia, Wolfsmilch-Arten oder Nachtschattengewächse) und schwere Bauchschmerzen, Erbrechen und möglicherweise innere Blutungen auslösen, oder es kann in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Ist das der Fall, erreicht das Gift zunächst die Leber, die geschädigt werden kann. Oxalate kristallisieren in den Nieren aus - sie sind in grösserer Menge beispielsweise im Rhabarber enthalten - und zerstören dort die feinen Nierenkanälchen. Einige Pflanzen greifen direkt das Herz an, etwa das Gift im Oleander. Pflanzen, die Alkaloide enthalten, sind oft für schwere Beeinträchtigungen des Nervensystems verantwortlich. Der Gefleckte Schierling enthält das tödlich giftige Alkaloid Coniin (es bewirkt den Mäusegeruch der Pflanze), das zu Muskellähmungen und Atemnot führt. Die Beeren der Tollkirsche, einer der gefährlichsten Giftpflanzen unserer Breiten, enthalten die Alkaloide Atropin, Hyoscyamin und Scopolamin. Diese Stoffe bewirken bereits in geringer Konzentration (nach dem Verzehr von zwei Beeren) Rauschzustände sowie Lähmungen der Herz- und Atemmuskulatur. Dieselben hochgiftigen Inhaltsstoffe hat auch der aus Amerika eingebürgerte Stechapfel, der ebenfalls Halluzinationen erzeugt. Das Alkaloidgemisch «Taxin», das in der Eibe vorkommt, lähmt das Zentralnervensystem und führt zum Herzstillstand.

Einige Gifte wirken direkt auf die Körperzellen; ein bekanntes Beispiel ist Cyanid, das Zerfallsprodukt eines pflanzlichen Glucosids, das die Zellen daran hindert, Sauerstoff aufzunehmen. Ungewöhnlich hohe Nitratkonzentrationen in Pflanzen hingegen reagieren mit dem Hämoglobin des Blutes, so dass es keinen Sauerstoff mehr zu den Körperzellen transportieren kann. Einige Reaktionen der Giftpflanzen sind sehr spezifisch. Adlerfarn zerstört beispielsweise das Knochenmark, das für die Bildung der Blutkörperchen verantwortlich ist. Johanniskrautgewächse enthalten dagegen ein Gift, das nach dem Verzehr durch Tiere chemisch so mit dem Sonnenlicht reagiert, dass die dem Licht ausgesetzten Hautpartien schwere Sonnenbrände und Gewebsveränderungen erleiden können. Die Inhaltsstoffe der Giftpflanzen sind jedoch für den Menschen auch von Nutzen, denn viele Toxine (Giftstoffe) sind medizinisch einsetzbar, wie etwa die Digitalis-Glykoside aus dem Fingerhut, die Bestandteil mancher Herzmedikamente sind.

 Name

Glyzinie, Blauregen Wisteria sinensis. Andere Arten: Japanischer Blauregen - W. floribunda «Macrobotrys»: bis zu 60 cm lange Blütentrauben.

 Ergänzende Infos:


 Achtung giftig!

Giftig ist die ganze Pflanze, vor allem aber Samen und Rinde

Die Pflanze enthält das Glycosid Wistarin. Dieser Stoff findet sich vorwiegend in der Rinde.
Ausserdem enthält sie giftige Eiweiss-Verbindungen (Lectine).


Die Symptome für eine Vergiftung sind Erbrechen, Schwindel, Durchfall, Durst, verlangsamten Puls, Atemnot und geweitete Pupillen. Bei Kindern können die ersten Symptome schon nach dem Verzehr von 2 Samen auftreten.
Der Gehalt an giftigen Stoffen kann je nach Jahreszeit und Standort der Pflanze sehr unterschiedlich sein.


 Eine Kletterpflanze?
Man unterscheidet zwischen den den natürlichen Kletterpflanzen wie Efeu, wilder Wein, die sich selber durch Haftwurzeln oder Haftscheiben halten und den Schling- oder Rankpflanzen – zu den Knöterich, Pfeifenwinde, Geissblatt, Clematis und Glyzinie gehören. Sie klettern durch schlingende Triebe oder Blattstiele.

 Link zum Forum: Glyzinie kränkelt herum!