Die Pflanze des Monats
September 2004:
Die Hagebutten
Wussten Sie, dass die Hagebutte gar keine Pflanze ist? Mit Hagebutteist eigentlich nur die Frucht verschiedener Rosenarten gemeint. Das Fruchtfleisch der im Spätherbst geernteten Früchte ist süsssauer und reich an Ascorbinsäure (Vitaminen C). Aber das mit der Frucht ist auch nicht ganz richtig: Das was wir landläufig als Früchte ansehen, sind hier eigentlich Scheinfrüchte, denn im inneren der Hagebutte befinden sich steinharte Schliessfrüchte – so genannte Nüsschen. Diese werden oft fälschlich als Samen bezeichnet. Die Borsten innerhalb der Hagebutte sind als Juckpulver bekannt, denn sie sind mit feinen Widerhaken bestückt. Die «Samen» sollten deshalb nicht mitgegessen, das heisst nicht mitverarbeitet werden – es kann sonst zu Juckreizen kommen. Vielerorts werden die Hagebutten generell als Heckenrose, Hagen Rose oder Schlafdorn bezeichnet. Von der Hundsrose «Rosa canina», bis hin zur Kartoffelrose gibt es aber viele hundert Sorten und ebenso viele Hagebutten. Zu den Rosenarten mit Hagebutten gehören beispielsweise:
Die
Heckenrose
Die Hunds- oder Heckenrose – eine Wildrosenart aus der Familie der Rosengewächse Rosaceae – ist ein stacheliger Strauch, der bis zu einer Höhe von 3 Metern wächst (selten auch bis zu 5 Meter). Er bringt im Juni schöne weisse, bis rosafarbene Blüten hervor. Die roten Früchte, die Hagebutten, reifen im Spätsommer heran und bleiben noch bis in das nächste Jahr an den Zweigen hängen.Heckenrosen gedeiht vor allem auf kalkhaltigen, nährstoffreichen, tiefgründigen Böden in Laubwäldern an Hecken und Waldrändern sowie auf Magerweiden. Hagebuttensträucher findet man fast überall an Wegesrand im Hügel- und Bergland.
Wirkstoffe
/ Verwendung
Hagebutten waren schon im Mittelalter bekannt und wurden in der Heilkunde verwendet. Das Interesse an einem kommerziellen Anbau begann aber erst mit der Entdeckung des hohen Vitamin-C-Gehalts dieser Früchte. Der Vitamin C-Gehalt des Tees soll am grössten sein, wenn 15 g Früchte mit oder ohne Samen, Fructus Cysnobati sine oder cum semine, in 1/2 l Wasser 10 Minuten lang gekocht werden. Sie enthalten aber auch Beta-Karotin (Provitamin A), Vitamine der B-Gruppe sowie Vitamin E, K und Niacin. Weitere Inhaltsstoffe der Fruchtschalen sind Zucker (zirka 16 Prozent), Pektin, Eiweiss, organische Säuren, Gerb- und Farbstoffe. Die kleinen roten Beeren haben auch einen sehr hohen Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium, Kalzium und Phosphor. Wegen des Zuckergehalts werden Hagebutten oft zu Marmeladen oder Hagebuttenwein verarbeitet werden. Sie lassen sich auch süss oder sauer einlegen, zu Sauce verarbeiten, als Torte backen und zu Essig bereiten.
Früher hiess es, dass die Hagebutte eine harntreibende Wirkung haben. Dies wurde inzwischen wissenschaftlich widerlegt. Sie dient aber als mildes Abführmittel sowie als Bestandteil schweisstreibender Tees.
Name
Der Name Hagebutte Rosa canina stammt von den Worten Hag für dichtes Gebüsch und Butzen für Klumpen, Batzen. Der Volksmund hat dem Strauch noch viel mehr Namen verpasst, so etwa Hagrose, Frauenrosen, Dornrose, Hagebutze, Hainrose und auch Heinzerlein. Mit botanischem Namen heisst die Hagebutte Rosa canina. Das Wort Rosa ist der lateinische Name der Pflanze und canina heisst soviel wie hundsgemein, was bedeutet, dass man die Hagebutte überall finden kann. (gemäss www.botanikus.de)
Links
zum Thema:
Ergänzende
Infos:
Der
Strauch der Heckenrose bringt
im Juni schöne weisse, bis rosafarbene Blüten hervor.
Hagebutte: Aus
der becherförmigen Blütenachse entwickelt sich die orangerote,
etwa kirschgrosse, eiförmige bis kugelige, glatte und fleischige Hagebutte.
Bis zum Herbst reift die Heckenrose zur leuchtend roten Hagebutte heran.
Charakteristisch sind
die nach dem Verblühen nach unten geschlagenen Kelchblätter.
Die
Dünen-Rose (Rosa pimpinellifolia) trägt schwarze
Hagebutten.
Quellen: Microsoft Encarta '99, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)