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Die Pflanze des Monats
Juli 2004:
Die Kartoffel
Die Kartoffel , auch Erdapfel
genannt, gehört wie Tomaten, Paprika und Auberginen zur Familie der
Nachtschattengewächse (Solanaceae).
Sie wird in den m eisten Ländern der gemässigten Klimazonen angebaut
und ist dort eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Die Kartoffelpflanze
wächst eigentlich mehrjährig, wird im Anbau aber einjährig gezogen.
Sie entwickelt sich aus der unterirdischen Sprossknolle, die mehrere so genannte
schlafende Augen besitzt. Alle oberirdischen Teile der Kartoffel enthalten
das für die gesamte Gattung charakteristische giftige Alkaloid Solanin.
Herkunft
Die Pflanze stammt ursprünglich aus den peruanischen Anden, wo sie von den Indianern als Hauptnahrungsmittel angebaut wurde. Überliefert ist, dass die Kartoffel dort schon 8000 vor Christus bekannt war. Mit ihren spriessenden Keimen und Augen wurde sie von den Indios als Symbol der Fruchtbarkeit verehrt.
Nach Europa kam die Kartoffel viel später, nämlich durch spanische Eroberer und englische Seefahrer, die 1525 den Spuren von Christoph Kolumbus folgten. Sie waren auf der Suche nach «El Dorado» – dem verheissungsvollen Goldland der Indios von Peru, Kolumbien und Ecuador. Anfänglich wurde die Kartoffel in Europa aber nur als Zierpflanze gehalten und erst ab dem 17. Jahrhundert hat man auch sie als Nahrungsmittel eingesetzt – zunächst nur für die adeligen Schichten. Während und nach dem Dreissigjährigen Krieg mutierte sie dann aber zum Grundnahrungsmittel für die breite Bevölkerung.
Name: Die Kartoffel hat viele Namen. Abgeleitet vom indianischen «Papas» entstand im Englischen «potato», im Italienischen «patata» und im Spanischen «batata». Die Spanier und Italiener hielten sie anfangs allerdingser für Trüffeln und nannten sie deshalb zuerst «tartuffuli», resp. «tartufolo». Daraus entstand der deutsche Name «Kartoffel». Und den französischen Ausdruck «pommes de terre» entspricht de m deutschen Erdapfel.
Nährwert und Verwendung: Frisch geerntete Kartoffeln enthalten etwa 78 Prozent Wasser, 18 Prozent Stärke, 2,2 Prozent Protein, 1 Prozent Mineralstoffe, 0,1 Prozent Fett und mehrere Vitamine. Ungefähr 75 Prozent des Trockengewichts sind Kohlenhydrate. Kartoffeln dienen auch als Viehfutter sowie als Stärkequelle für die Herstellung verschiedener Produkte, etwa von alkoholischen Getränken wie dem Wodka oder auch von Klebstoffen.
Standort
und Pflege:
Die Kartoffel ist nicht ganz pflegeleicht: Sie muss regelmässig von Unkraut befreit werden und braucht viel Licht und lange Tage, damit sich viel Grünkraut bilden kann. Die Pflanze speichert Nährstoffe, die sie durch Photosynthese gewinnt, in der unterirdischen Frucht. Sobald sich die ersten Triebe aus der Erde schieben, wird in Abständen regel mässig gehackt und gleichzeitig angehäufelt. Das Anhäufeln verhindert, dass Knollen aus der Erde schauen und sich grün färben. Grüne Kartoffeln dürfen wegen des Giftstoffs Solanin nicht verwendet werden. Bei Trockenheit müssen die Pflanzenreihen unbedingt gewässert werden, das eröht den Ertrag. Kartoffeln und Tom aten sollten nicht in un mittelbarer Nähe angebaut werden, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. Auf Kartoffelkäfer achten: absammeln oder das Laub mit Algenkalk bestäuben.
Düngen: Als Starkzehrer weisen Kartoffeln einen entsprechend hohen Düngerbedarf auf. Vorratsdüngung i m Herbst ist ratsa m . In jede m Fall ist grosszügige Ko m postversorgung erforderlich. Stein m ehl beko m m t Kartoffeln ausgezeichnet.
Krankheiten:
Die bedeutendste Kartoffelkrankheit ist die Kraut- und Knollenfäule (oder Kartoffelmehltau), die durch einen Pilz hervorgerufen wird. Sie bewirkt Fäulnis und erfärbungen an Blättern, Stängeln und Knollen. Eine weitere Pilzart ruft den Kartoffelschorf hervor. Diese Krankheit ist weniger verheerend; sie erzeugt Verletzungen, die verschiedenen fäulnisverursachenden Bakterien das Eindringen erleichtern. Verschiedene Formen der durch Viren verursachten Mosaikkrankheit und Kräuselkrankheit können Blätter und Triebe befallen. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Krankheiten. Gefährlichster Schädling ist der aus Nordamerika eingeschleppte Kartoffelkäfer. Weitere Schadinsekten sind der Kartoffel-Blatthüpfer, der Kartoffel-Erdfloh sowie einige Blattlaus- und Blattfloharten; auch Nematoden befallen häufig Kartoffelpflanzen.
Vermehrung,
Aussaat, Lagerung:
Gewöhnlich vermehrt man Kartoffeln durch Pflanzung von Tochterknollen, die so genannten Saatkartoffeln, die zumindest ein Auge enthalten müssen. Die Pflanzkartoffeln werden in flachen Kisten ausgebreitet; die Seite mit den meisten Augen nach oben. Hell aufgestellt und bei mässiger Wärme um 15 Grad Celsius treiben sie bald aus. Die Keime sollen nicht zu lang werden, sonst brechen sie be m Einpflanzen der Knollen leicht ab.
Man pflanzt Kartoffeln in Reihen (30 bis 35 cm Abstand), pro Saatkartoffel entwickelt sich eine Pflanze, die je nach Sorte 5 bis 60 neue Knollen trägt. Einige durch Züchtung verbesserte Sorten können dagegen schneller durch abgeschnittene Stecklinge ver mehrt werden.
Vorkeimen: ab Mitte März
Auspflanzen: Die
zweite Aprilhälfte ist für Frühkartoffeln die beste Pflanzzeit;
unter Folie noch etwas früher. Mittelfrühe Sorten und Lagerkartoffeln
ko m m en i m Mai in die Erde.
Die Pflanztiefe beträgt 5 bis 10 cm .
Ernte: Juli bis Oktober. Frühkartoffeln können bereits geerntet werden, wenn die Pflanzen in voller Blüte stehen. Bei allen späteren Sorten wartet m an m it der Ernte, bis das Laub vergilbt ist.
Lagerung: Die Kartoffel enthält viel Wasser, braucht also relativ viel Raum und verträgt bei der Lagerung weder Frost noch Nässe. Gewaschene Kartoffeln sind nicht mehr lagerfähig. Auch sollte die Luft nicht zu trocken sein, sonst verliert die Frucht Gewicht und Form . Die ideale Lagertemperatur liegt bei knapp unter 4 Grad Celsius mit ca. 55 Prozent Luftfeuchtigkeit. Ausserdem sollten Kartoffeln in einem dunklen Raum – etwa in einem Keller, keinesfalls in einer Garage – gelagert werden. Die Knollen sollten nur bis 40c m Höhe in einen Behälter oder auf einen Lattenrost geschüttet werden. Verdunstungsverluste, Schrumpfen und Ergrünen vermeidet man durch Abdecken mit Papier oder Jutesäcken.
Sorten
Man unterscheidet die Sorten nach der Konsistenz der Knollen und der Reifezeit. So gibt es frühe und späte, fest kochende und mehlige Sorten, wobei je nach Region unterschiedliche Gruppen bevorzugt werden. Fruchtbare, sandige Lehm böden eignen sich am besten zum Anbau der leichten, mehligen Kartoffeln, die von Amerikanern und Briten bevorzugt werden; schwere, feuchte Böden sind dagegen besser für die fest kochenden Arten geeignet, die auf dem europäischen Kontinent beliebter sind.
Die wichtigsten Kartoffelsorten in der Schweiz sind:
Weblinks
zum Thema:
Systematische
Einordnung
Kartoffeln gehören zur Fa m ilie Solanaceae und heissen botanisch Solanu m tuberosum.
Ergänzende
Infos:

Alle
grünen Teile der Kartoffel sind giftig.

Sobald
der Kartoffelstrauch richtig prächtig gewachsen ist, beginnt er zu
blühen.


Aus
einer Kartoffel entstehen viele – je mehr angehäuft wird, desto
mehr Seitentriebe bilden sich unterirdisch.
Saatkartoffeln werden in speziellen staatlich kontrollierten Betrieben angebaut, die Angst vor Kartoffelseuchen ist auch heute noch gross, weshalb die Landwirte in den meisten europäischen Ländernihr Saatgut nicht selber produzieren dürfen.

Der
grösste Feinde der Kartoffel ist der äusserst gefrässige
Kartoffelkäfer.
Quellen: Microsoft Encarta '99, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)