Die Pflanze des Monats November 2000: Kastanie
Kastanien kommen ursprünglich
in warmgemässigten Gebieten im Osten Nordamerikas, in Südeuropa, Nordafrika
und Ostasien vor. Typisch sind ihre schlanken, am Rand stark gezähnten Blätter
und die auffälligen, männlichen, aufrechten Blütenähren. Mehrere Arten liefern
wertvolles und dauerhaftes Nutzholz, das beispielsweise für Eisenbahnschwellen,
Viehzäune und Holzfässer verwendet wird, sowie Früchte, die als Nahrungsmittel
dienen. Diese werden auch Esskastanien - im Unterschied zu den nicht essbaren
Rosskastanien - oder Maronen bzw. Marroni genannt, sind ausgesprochen mineralstoffreich
und enthalten darüber hinaus einen hohen Anteil an Eiweiss und Vitaminen. Sie
sind von einer stacheligen Hülle umgeben, die sich bei der Reife mit vier Klappen
sternförmig öffnet und die braunen Nüsse freigibt. In Europa ist nur eine Art
heimisch, die Edel- oder Esskastanie, die die Römer in Mitteleuropa sowie in
England einführten. Sie ist die bestandsbildende Baumart einer eigenen Waldzone,
die in etwa 300 Meter Meereshöhe kennzeichnend für das Mittelmeergebiet ist.
Ihre Früchte werden schon seit der Antike genutzt. Man kann sie sowohl gekocht
als auch geröstet zu Gemüse sowie zu Mehl verarbeiten, aus dem Brot gebacken
werden kann. Die Amerikanische Kastanie ist ein stattlicher, bis etwa 30 Meter
hoher Baum, der früher in den Wäldern im Osten der Vereinigten Staaten sehr
häufig zu finden war und ebenfalls sehr wohlschmeckende Früchte liefert. Leider
ist er inzwischen durch eine gegen Ende des letzten Jahrhunderts aus Asien eingeschleppte
Pilzkrankheit fast ausgerottet worden.
Systematische
Einordnung:
Systematische Einordnung: Kastanie, kleine Gattung mit zwölf Arten Laub werfender Bäume und Sträucher aus der Familie der Buchengewächse. Kastanien bilden die Gattung Castanea der Familie Fagaceae. Die Edel- oder Esskastanie wird botanisch als Castanea sativa, die Amerikanische Kastanie als Castanea dentata bezeichnet.
Die
Rosskastaniengewächse:
Von den Rosskastaniengewächse
(Baumfamilie) ist bei uns besonders die Rosskastanie bekannt. Die Familie besteht
aber aus etwa 15 Arten und ist in zwei Gattungen unterteilt. Sie kommt in gemässigten
Regionen der nördlichen Hemisphäre vor. Die Bäume sind zweikeimblättrig, sie
sind durch grosse, mit klebrigen Schuppen bedeckte Winterknospen charakterisiert.
Ausserdem besitzen sie gegenständige, gefingerte Blätter und grosse Blütenstände
mit attraktiven, gelb, rot oder weisslich gefärbten, unregelmässigen Blüten,
die vier oder fünf Blütenblätter aufweisen. Die Früchte sind ledrige, dreikammerige
Kapseln mit grossen braunen Samen. Die erste der beiden Gattungen enthält etwa
13 Arten, die oft als Park- oder Alleebäume gepflanzt werden. Unsere Rosskastanie
kommt wild in Griechenland vor, sie ist seit den Tagen der Kolonialzeit auch
in Nordamerika weit verbreitet. Auch die meisten anderen Vertreter der Gattung
sind beliebte Ziergehölze. Zwei Arten sind wegen ihres Holzes von wirtschaftlicher
Bedeutung. Die beliebten Samen der Rosskastanie enthalten ein Gift, Aesculin,
das zu Erbrechen und Lähmungserscheinungen führt. Die zweite Gattung umfasst
zwei Arten, die vom südlichen Mexiko bis in das tropische Südamerika vorkommen.
Systematische
Einordnung:
Rosskastaniengewächse bilden die Familie Hippocastanaceae. Die Rosskastanie ist als Aesculus hippocastanum klassifiziert. Die zweite Gattung der Familie heisst Billia.
Marone:
der Pilz!
Die Marone ist ein einheimischer Speisepilz, der bevorzugt in Nadelwäldern wächst. Sein Aroma kommt in Suppen, Bratensaucen oder in Olivenöl geschmort besonders gut zur Geltung. Frische Maronen werden von Juli bis November angeboten.
Schon
mal Kastiensuppe gegessen?
Zutaten für 6 Portionen: 750 g Esskastanien, 1/5 l Marsala (ital. Likörwein), 1/5 l Milch, 3 EL Zucker, 1 Spur Vanillemark; ausgeschabt, 250 ml Crème fraîche, 2 EL Pistazien; gehackt
Zubereitung: Maronen einritzen und im sprudelnd kochendem Wasser 15 Minuten blanchieren. Abkühlen. Schalen und Häute abziehen.
Kastanien mit Marsala in einen Topf geben, kochen, bis sie weich sind und fast alle Flüssigkeit aufgesogen haben. Einige Kastanien herausnehmen, halbieren.
Milch, Zucker und Vanillemark in den Topf geben, mit dem Pürierstab sehr fein zermusen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Crème fraîche unterziehen.
Mit halbierten Kastanien
und Pistazienkernen garnieren.
Marroni-Tipps
Kaufen: Hände weg von Maronen oder Esskastanien, die besonders leicht erscheinen. Es kann sein, dass der Kern geschrumpft ist oder sogar ganz fehlt! Gute Maronen kann man einerseits an der glatt glänzenden Schale erkennen, andererseits fühlen sich die Früchte schwer an.
Heissi Marroni: Mit einem kleinen Messer die Esskastanien oder Maronen an den Seiten kreuzweise einritzen (mit einem Japanmesser geht es beosnders gut). Dann auf einem Backblech im vorgeheizten Elektro-Ofen bei 200 Grad unter Beobachtung garen, bis die Schalen aufspringen. Wenn sie etwas abgekühlt sind, kann man die harte Schale mit den Fingern lösen. Die feinen Häutchen mit einem Messer auch vorsichtig entfernen.
Pürieren: In einem Topf 100 ml hellen Rinderfond und 100 ml Sahne mischen und 300 g geschälte Kastanien dazugeben. Aufkochen lassen und ca. 30 Minuten leise köcheln lassen, bis die Kastanien oder Maronen weich sind. Dann mit Salz, etwas Zucker und Muskat würzen und alles zusammen pürieren. Durch ein feines Sieb streichen und falls es zu dünnflüssig ist, nochmal etwas einkochen. Mit je 1 El Kirschwasser und geschlagener Sahne verfeinern.
Die
Edelkastie oder Marone genannt ist essbar.
Die
Heilwirkung der Edelkastanie: Bronchitis, Durchfall, Keuchhusten, Rheuma.
Heilwirkung
der Rosskastanie wirkt gegen: Durchfall, Ödeme, Rheuma, Venenerkrankungen
Die
Edelkastanie gehört zur gleichen Familie wie die Eiche