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Die Pflanze des Monats März 2008: Küchen- oder Kuhschelle

Die violette Blüte sitzt wie ein Juwel in den dürren Grasbüscheln. Weit und breit sind noch keine anderen Frühlingsblüher zu sehen. Welch eine Pracht, diese Pulsatilla vulgaris – die als Kuh- oder Küchenscheller besser bekannt ist. Ob eine Blume schön oder unheimlich wirkt, scheint jedoch eine Frage des Zeitgeists zu sein. Unseren Vorfahren war die Kuhschelle mit ihrem seidig glänzenden Schopf, der nach der Blüte als Fruchtstand erscheint, jedenfalls eher unheimlich: man nannte sie Teufelsbart oder Bocksbart. In einigen Gegenden war man sogar davon überzeugt, dass der Fruchtstand die Stelle kennzeichnet, wo der Jäger eine Hexe aus der Luft abgeschossen habe. In anderen Regionen glaubte man, dass die jungen Gänschen im Ei ersticken würden, wenn man sich die Kuhschelle ins Haus holen würde.

Dabei handelt es sich bloss um bis zu 30 Zentimeter hohe Pflanzen mit aufrechtem, zottig behaartem Stängel, an dessen Ende einzelne violette, glockige, zuweilen strahlig ausgebreitete Blüten stehen. Im  Laufe der Zeit sind durch Auslese und durch die Einkreuzung weiterer Arten mehrere Sorten der Gewöhnlichen Kuhschelle entstanden. Diese unterscheiden sich von der ursprünglichen Art durch ihre Blütenfarbe, die von weiss über rosa bis rot reicht.

Standort / Vorkommen / Pflege

Die Gewöhnliche Kuhschelle ist eine Steppenpflanze aus der Reihe der Hahnenfussgewächse, die in West- und Mitteleuropa verbreitet ist, heute aber nur noch selten wildwachsend auf Trockenrasen, Magerrasen und Heiden oder in trockenen lichten und warmen Kiefernwäldern anzutreffen ist. Sie steht denn auch unter strengem Naturschutz und wird in der Roten Liste als gefährdet eingestuft. In der Schweiz findet man sie noch entlang des südöstlichen Randes des Schweizer Jura, im nördlichsten Teil des Mittellands und in der Umgebung von Chur vor.
Diese Standorte zeichnen sich aus durch kalkhaltige Böden und eher milde Klimate, (Weinbauklima). Die Kuhglocke liebt einen warmen, nach Süden ausgerichteten Hang, viel Leicht und kalkreichen, steinigen Lehmboden, der nicht gedüngt sein darf.

Die Pulsatilla vulgaris ist ansonsten eine genügsame Pflanze. Hat sie einmal Fuss gefasst, bleibt sie uns ohne grosse Betreuung viele Jahre treu: Düngergaben braucht sie nicht, Schädlinge und Krankheiten sind nicht bekannt. Sie blüht jedes Frühjahr reicher und versamt sich sogar an günstigen Orten von selbst.

Verwendung

Kuhschellen fanden bereits in der Antike Verwendung als Heilmittel. Hippokrates setzte sie ein gegen hysterische Angstzustände und zur Menstruationsförderung. In der Volksmedizin hat sie nie viel Verwendung gefunden, was sicherlich auch auf ihre Eigenschaften als starkes Hautreizmittel zurückzuführen ist. Lediglich aus der russischen Volksmedizin kennt man eine Verwendung bei Kopfschmerzen und Erkältung, dort wurden die frisch zerquetschten Blätter auf den Hinterkopf gelegt. (Quelle wikipedia)

Heute wird die Kuhschelle nur in homöopatischen Dosen und das bei vielerlei Krankheitsbildern, allen voran jedoch Menstruationsbeschwerden, Migräne, Depressionen, Erkältungen, Husten, Verdauungsproblemen und Hautleiden. Sie gilt als schmerzstillend, krampflösend, schweiss-, hartreibend, stimmungsaufhellend.

Achtung: sehr Giftig!

Die Pflanze ist in allen ihren Bestandteilen sehr giftig. Sie enthält unter anderem Protoanemonin, das ein ausserordentlich heftig wirkendes Reizmittel für Haut und Schleimhäute ist, das zu Blasenbildung, Verätzungen und Entzündung der betroffenen Hautstellen führen kann. Bei Verzehr von Pflanzenbestandteilen drohen Nierenentzündungen, Magen- und Darmbeschwerden sowie Lähmungen des Zentralnervensystems. Erst beim Trocknen wandelt sich Protoanemonin in das weniger giftige Anemonin um.

Vergiftungen durch Verzehr der Pflanze werden mit der Verabreichung von Aktivkohle und dem Auslösen von Erbrechen behandelt. Magenspülungen, Elektrolytsubstitution sowie gegebenenfalls künstliche Beatmung gehören ebenfalls zu den Therapiemassnahmen.
Vergiftungserscheinungen, laut Roth, Daunderer, Kormann: Zuerst Erregung, dann Lähmung des Zentralnervensystems, Übelkeit, Benommenheit, Atemlähmung, Nierenschädigung, Schock.

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Systematische Einordnung / Name

Die Küchenschelle bildet die Gattung Pulsatilla der Familie Ranunculaceae. Der wissenschaftliche Name der Gemeinen Kuhschelle ist Pulsatilla vulgaris. In einigen Gegenden wird Pulsatilla vulgaris auch Kuhglocke oder Pelzanemone genannt.

Carl von Linné ordnete die Gewöhnliche Kuhschelle im 18. Jahrhundert den sehr ähnlich aussehenden Anemonen zu und nannte sie daher Anemone pulsatilla. Kuhschellen unterscheiden sich jedoch durch die Ausbildung von federschweifigen Nüsschen von dieser Pflanzengattung. Aus diesem Grund wurden die Arten später einer eigenen Gattung zugeordnet.

Die Form der halb geschlossenen Blüte ähnelt einem Glöckchen oder auch einer Kuhschelle. Die Verkleinerungsform „Kühchen“ hat zur Bezeichnung „Küchen“-Schelle geführt. Eine ähnliche Herleitung gilt für die wissenschaftliche Bezeichnung: Pulsatilla leitet sich vom lateinischen pulsare (schlagen, läuten) ab.

Eigentlich heisst Pulsatilla vulgaris auf deutsch "Gemeine Küchenschelle". Das Wort "gemein" hat leider im heutigen Sprachverständnis eine negative Bedeutung. Früher stand das Wort "gemein" mehr im Sinne von gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein.

Weblinks/Quellen:

 

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Ergänzende Infos


Legende Die glockenähnlichen Blüten erscheinen im April und Mai, je nach Region und Witterung auch schon im März. Sie sind blauviolett, rot oder weiss mit einem kontrastreichen Herzen aus gelben Staubgefässen.


Legende
Der ideale Boden
ist steinig, kalkhaltig, tiefgründig, mager und trocken. Das heisst für den Garten, dass sie in Steingärten, Dachgärten, Steppengärten, feineren Gartenpartien und Trögen verwendet werden können.


Legende Solange die Blüten noch nicht ganz geöffnet sind, ähneln sie einer kleinen Glocke oder den bei Almvieh verwendeten Kuhglocken bzw. -schellen – daher der deutsche Name Kuhschelle.


Legende
Pulsatilla vulgaris
gilt in der Schweiz als stark gefährdet und ist vollständig geschützt. Die wichtigsten Standorte dieser beliebten Frühlingsblume sind der Kanton Aargau, das Zürcher Unterland und der Kanton Schaffhausen.

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Quellen: Microsoft Encarta 2005, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)