Die
Pflanze des Monats November 2001:
Der Kürbis
Der Kürbis, auch Bebe oder Plutzer genannt, ist eine Beerenfrucht, die in Mittel- und Südeuropa überall heimisch ist. Rund 25 Arten aus der Familie Kürbisgewächse sind bekannt. Es handelt sich um rankende Kletterpflanzen mit grossen, hübschen, gelborangefarbenen Blüten, grossen, rau behaarten, handförmig gelappten Blättern; ihre Triebe sind als lange, in sich verdrehte Ranken ausgebildet.
Man teilt die Arten in zwei Gruppen ein. Die so genannten Sommerkürbisse, zu denen auch der Gartenkürbis gehört - eine spezielle Varietät dieser Art ist die besonders in Südeuropa angebaute Zucchini - werden im unreifen Zustand geerntet. Die Winterkürbisse erntet man dagegen vollreif, sie können auch gelagert und im Winter verzehrt werden; zu dieser Gruppe zählt der Riesenkürbis und der Moschuskürbis. Aus den orangefarbenen Früchten der letztgenannten Art fertigt man in Amerika die Jack-o'-lanterns" genannten Kürbismasken, die zu Halloween getragen werden.
Durch ihre ernorme Formen- und Farbenvielfalt, die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Zubereitungsmöglichkeiten und nicht zuletzt durch die unproblematische Anbauweise sind dieses Fruchtgemüse hervorragend für die Gartenkultur eeignet. Bereits vor etwa 8000 Jahren kultivierten die Ureinwohner Perus Kürbisse. Als Kolumbus Amerika entdeckte, fand er bereits vollkommen züchterisch bearbeitete und fertige Kulturpflanzen vor.
Bei uns werden Kürbisse heute häufig wegen ihres Zierwertes angebaut. Neben den glattfrüchtigen Sorten, gibt es auch solche, die gerieft sind, oder deren Oberfläche mit warzenähnlichen Ausbuchtungen bestückt sind. Neben roten und orangen Kürbissen findet man auch grüne, bläuliche und schwarze Früchte und solche mit Streifen, Flecken oder netzartigen Mustern. Kürbisse können rund, oval, flaschenförmig oder gar wie ein UFO ausgebildet sein. Neben wahren Riesen mit mehreren hundert kg Gewicht, existieren Arten und Sorten, die klein wie Mandarinen sind. Fast alle Kürbisse sind geniessbar, doch sollte man immer einige für Dekorationszwecke zurückhalten.
Unter der dicken, gelben Schale befindet sich das gelbe, manchmal auch weisse oder grüne, saftige Fruchtfleisch, das wenig Eigengeschmack hat. In der Mitte befindet sich ein Hohlraum mit den Kernen.
Kürbisse benötigen einen tiefgründigen, humusreichen Boden und einen sonnigen Standort. Die Anzucht von Kürbissen ist recht einfach. Man kann Mitte Mai, nach den letzten Frösten direkt ins Freiland säen. Die Vorkultur in Töpfen lohnt sich, weil man die kräftigen Jungpflanzen nach den Eisheiligen Mitte Mai direkt ins Freiland pflanzen kann und so früher erntet. Die Aussaat beginnt etwa Mitte/Ende April im Haus. Am besten verwendet man pro Samen einen kleinen Topf, damit man sich das spätere Pikieren ersparen kann. Der Boden wird gut gelockert, dabei 3,5 kg Kompost und 50 80 g Hornspäne oder Horngriess je Quadratmeter inarbeiten. Wegen der Wärmebedürftigkeit der Pflanzen sollte man den Boden anschliessend mit schwarzer Folie bedecken, in die an der Pflanzstelle Schlitze geschnitten werden. Die Folie hat dazu den Effekt, dass nicht zuviel Wasser aus dem Boden verdunsten kann. Kürbisse benötigen zumindest bis zum Fruchtansatz viel Wasser und sollten nach Möglichkeit während der ganzen Kulturzeit gewässert werden. Kürbis ist mit sich selbst und allen anderen Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae, also Gurken, elonen) unverträglich. Der vierjährige Fruchtwechsel auf dem Beet muss ingehalten werden. Am besten pflanzt man Kürbisse auf eine Fläche, auf der vorher Gründüngung gestanden hat.
Ernte: Schon 4 bis 6 Wochen nach der Pflanzung beziehungsweise 6 bis 8 Wochen nach der Direktsaat können die ersten Zucchinis oder andere ommerkürbisse geerntet werden. Einzelfrüchte dieser Arten sollte man nicht zu gross werden lassen, weil damit der Pflanze Kraft verloren geht, neue Blüten zu Früchten auszubilden.
Die Winterkürbisse, wie beispielsweise die Spaghettikürbisse, werden in ausgereiften Zustand im Spätsommer/Herbst, auf jeden Fall vor dem ersten Frost, geerntet. Diese Kürbisse sind erntereif, wenn sich der Stiel verfärbt und verkorkt. Der Stiel muss bei der Ernte an der Frucht bleiben, weil der Kürbis ansonsten nicht lagerfähig ist.
Lagerung: Zum Einlagern eignen sich insbesondere die Winterkürbisse. Der Lagerraum muss kühl und trocken sein. Am besten hängt man sie luftig in Netzen auf. So sind sie im Schnitt drei Monate lagerfähig. Eine andere Lagermethode, die sich auch für Sommerkürbisse gut eignet, ist das Einfrieren. Dazu schneidet man das Fruchtfleisch in Stücke, die zwei Minuten blanchiert werden. Zur Verwertung dünstet man sie unaufgetaut.
Das Fruchtfleisch von Kürbissen kann zu vielerlei Gerichten verarbeitet werden. Gekocht, gegrillt, zu Suppe, Püree oder Kuchen verarbeitet, sind Kürbisse wahre Schätze der Küche. Auch die Kerne vieler Kürbisse sind roh oder geröstet eine Köstlichkeit.
Kürbisse haben einen hohen diätetischen Wert. Der Wassergehalt liegt bei ca. 90 Prozent, sie enthalten wenig Fett, Kohlenhydrate und Eiweiss. Sie sind kaliumreich und natriumarm, wirken harntreibend und sind auch bei Gicht gut geeignet. Kürbisse enthalten reichlich Provitamin A (Carotin). Die im Fruchtfleisch enthaltene Kieselsäure wirkt sich günstig auf Bindegewebe, Haut und Nägel aus. Das aus den
Kernen des Steierischen Ölkürbis gewonnene kaltgepresste Kürbiskernöl enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren und hat einen hohen Vitamin E-Gehalt. Es wirkt cholesterinspiegelsenkend.

Rezept: Kürbis-Kartoffel-Gnocchi![]()
Zutaten für vier Personen:
1250 g Kartoffeln, mehlig kochend
1/2 Hokkaidokürbis
80 g Hartweizengriess
250 g Mehl
2 Eier
Salz, Pfeffer aus der Mühle, Muskatnuss
100 g Butter
Thymian, Rosmarin
Zum Garnieren: Sauerampferblätter und Borretschblüten
Zubereitung:
1. Kartoffeln waschen und in Wasser garen. Danach schälen und durch eine Presse in eine Schüssel drücken.
2. Kürbis in feine Streifen schneiden. Ein Drittel der Masse in leichtem Salzwasser garen, herausnehmen, gut ausdrücken und pürieren. Den restlichen Kürbis ebenfalls in Salzwasser blanchieren und nach dem Ausdrücken mit dem Kürbis-Püree zur Kartoffelmasse geben.
3. Griess, Mehl, Eier und zwei Esslöffel Butter hinzufügen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und zu einem gleichmässigen Teig kneten.
4. Kräuter in einen Topf mit Wasser geben und zum Kochen bringen.
5. Die Gnocchi-Masse zu dünnen Rollen (1 1/2 bis 2 cm) formen und gleichmässige, 12 cm lange Stücke abschneiden. Diese in das kochende Kräuterwasser geben, nach dem Garen in kaltem Wasser abschrecken. Die Gnocchi abtropfen lassen und vor dem Servieren kurz in heisser Butter mit etwas Rosmarin schwenken.
6. Mit marinierten Sauerampferblättern und Borretschblüten anrichten und mit Blattsalaten servieren.
Kürbisse bilden die Gattung Cucurbita aus der Familie Cucurbitaceae. Der Gartenkürbis trägt den Namen Cucurbita pepo, die Zucchini wird wissenschaftlich als Cucurbita pepo var. giromontiina bezeichnet. Der Riesenkürbis heisst botanisch Cucurbita maxima, der Moschuskürbis Cucurbita moschata.

Blüte des Kürbis. Der Kürbis ist eine rankende Kletterpflanze, die sich über dem Boden verbreitet.

Aus Nordamerika kommt der Brauch, Kürbisse auszuhöhlen und sie als Maske bzw. Kürbis - Laterne (Jack O´Lantern) zu verwenden. Dies an Halloween - dem Glauben zufolge sollen die Laternen das Haus vor den Geistern von Verstorbenen beschützen.
Doch was ist Halloween genau?
Die Kelten verabschiedeten am 31. Oktober den Sommer und ein neues keltisches Jahr begann. Sie dankten dem Sonnengott für die gute Ernte. Die Kelten glaubten, dass Saman, der Gott Ihrer Toten, an diesem Abend böse Geister und Dämonen herbeiruft. Um diese bösen Geister, die in dieser Nacht umherirren, zu vertreiben, wurden grosse Feuer von den Druiden, den keltischen Priestern, entzündet.
Die Römer brachten das Erntefest, das am 1. November zu Ehren von Pomona, der Göttin der Baumfrüchte, gefeiert wurde, nach Britannien. Der 1. November wurde schliesslich zum Allerheiligen erklärt.
Und aus " All Hallows Evening" oder kurz " Hallows' E'en" wurde später HALLOWEEN.
Noch heute werden in Schottland und Wales riesige Feuer angezündet, um Hexen und Geister zu vertreiben.