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Die Pflanze des Monats September 2007: Lavendel

Er riecht nach Provence, nach Ferien, nach Sonne – der Lavendel verzaubert. Die Pflanze besticht aber nicht nur durch ihren Duft und die violette Blütenpracht, die sich ab Juli zeigt, sondern auch durch die silbrig graugrünen Blätter. Überdies ist der Lavendel ziemlich anspruchslos, er verträgt Trockenheit, direkte Sonne und ist mit sandigem Boden zufrieden. Und er vertreibt Ameisen sowie Blattläuse. Was Wunder, gehört der Lavendel seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Kräutern. Schon die Römer benutzten Lavendel, um daraus duftende Bade-Essenzen zu gewinnen: Der Name dieser Pflanze leitet sich denn auch vom lateinischen Wort lavare = «waschen» ab.

Noch heute benutzt man Lavendel als Badezusatz. Es werden aber auch unzählige andere Produkte mit damit parfümiert: Von der Seife über die Kerze bis hin zu den berühmten Duftsäckchen. Kleine Lavendelsäckchen werden auch oft in Kleiderkästen gelegt, wo sie vor Motten schützen. Auch als Küchengewürz für Fisch, Lamm und Salate wird Lavendel sehr geschätzt.

Volkstümliche Namen wie Nervenkräutel oder Schwindelkraut weisen auf die Verwendung als Heilpflanze gegen Kopfschmerzen und Nervosität hin. Anwendungsgebiete bei innerlicher Anwendung sind Unruhezustände, Einschlafstörungen und Oberbauchbeschwerden wie Reizmagen oder nervöse Darmbeschwerden. Lavendelbäder erfrischen bei niedrigem Blutdruck und helfen bei Einschlafstörungen.

«Jean Valnet, Militärarzt in der französischen Armee, behandelte während des Indochina-Krieges (1950–52) zahlreiche Verbrennungen und andere Verletzungen mit Lavendelöl. In seinen Aufzeichnungen lobt er die vorzügliche Wirkung des Lavendelöls zur Wundheilung. Inzwischen wurden über 160 Inhaltsstoffe nachgewiesen, die nur in ihrer Gesamtheit die erstaunliche Heilkraft des Lavendels hervorzubringen scheinen. » (Quelle: …)
Lavendelöl gehört heute zu den am meisten gestreckten und verfälschten ätherischen Ölen. Meist wird das Lavendelöl mit synthetischem Linalool gestreckt. Mittlerweile werden aber Lavendelöle mit AOC-Siegel angeboten. Bei AOC handelt es sich um eine geschützte Bezeichnung, die nur Produkten aus einem exakt definierten geografischen Gebiet mit strengen Anbaubestimmungen verliehen wird.
Ätherisches Lavendelöl wird mittels Wasserdampfdestillation (Schleppdestillation) aus den blühenden Rispen mit Stängeln des echten Lavendels gewonnen. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen Lavendel fein und Lavendel extra. Lavendel extra bezeichnet den wilden Berglavendel, der in einer Höhe bis zu 1800 Metern über Meer wächst und durch Wildsammlung geerntet wird.

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Anbau und Pflege

Lavendel gehört zur Familie der Lippenblütler, zu denen auch Minze und Salbei zählen. Die Gattung ist in trockenen Regionen im Mittelmeergebiet bis nach Westasien verbreitet. Vor  allem aber ist der Süden Frankreichs für seine riesigen Lavendelfelder berühmt – für die «Essence de Provence». Was jedoch weniger bekannt ist: In Frankreich wird neben dem Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) hauptsächlich Lavandin angebaut. Dabei handelt es sich um eine Kreuzung aus Echtem Lavendel  und dem Grossem Lavendel (Lavandula latifolia). Man findet Lavandin oft als Basis für preiswerte Essenzen und Öle. Der Duft ist aber schwächer als bei den Produkten aus echtem Lavendel.

Von den etwa 25 bekannten Lavendelarten wird in Mitteleuropa hauptsächlich die ziemlich winterharte Art Lavandula angustifolia kultiviert. Sie wurde im 19. Jahrhundert in England in den bekannten Hidcote Gardens entdeckt, wächst von Natur aus etwas gedrungener und sehr dicht. «Ziemlich winterhart» bedeutet, dass der Lavendel  im Weinbauklima überlebt die kalte Jahreszeit meist ohne Probleme überlebt, während in kälteren Regionen Frostschutz-Massnahmen getroffen werden müssen. Echter Lavendel ist übrigens nicht nur in Violett erhältlich – es gibt auch Sorten, die Weiss-Rosa ('Jean Davis') oder ganz Weiss ('Alba') blühen. Der Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas) besticht durch purpurfarbene Blüten. Dieser ist allerdings ist sehr kälteempfindlich.

Lavendel ist mehrjährig, wird etwa 0,5 bis 1 m hoch und zählt zu den Halb- oder Niedrigsträuchern; das heisst, er verholzt nur unten. Der erste, leichte Rückschnitt der Pflanzen erfolgt direkt nach der Blüte oder spätestens zu Herbstbeginn. Im zeitigen Frühjahr sollte der Lavendel ein weiteres Mal bis in die verholzten Teile zurückgeschnitten werden. So bleibt die Pflanze kompakt und buschig.

Lavendel können Sie auch im Topf oder Kübel ziehen. Man sollte dabei leichte, mit Sand und Kies durchsetzte Erde verwenden und als Dränage eine Lage Tonscherben oder Steine auf den Gefässboden legen. Während der Vegetations- und Blütezeit normal giessen. Düngen ist nicht erforderlich. Gut verpackt und an einem geschützten Ort stehend überlebt der Lavendel auch als Topfpflanze den Winter im Freien – an frostfreien Tagen gelegentlich sparsam giessen.

Systematische Einordnung

Lavendel bildet die Gattung Lavandula aus der Familie der Lippenblütler (Labiatae, auch Lamiaceae). Der Echte Lavendel trägt den botanischen Namen Lavandula angustifolia.

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Weblinks/Quellen:

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Ergänzende Infos


Legende
Aus seinen Blüten gewinnt man durch Destillation das Lavendelöl, ein etherisches Öl, das bei der Herstellung von Parfüm, Eau de Toilette und anderen Kosmetika sowie auch in aromatisiertem Essig Verwendung findet.


Legende Auch wenn der Lavendel verblüht ist, besticht er noch mit seinen silbrig graugrünen Blätter.


Legende
Für süsse Speisen und Kräutertees eignen sich die abgeblühten Ähren: Sträusse zum Trocknen werden samt Stängel abgeschnitten, sobald die untersten Blüten sich öffnen. Mit Faden festbinden und mit den Blüten nach unten zeigend aufhängen.


Legende Von der Seife bis zum Duftsäckchen: Lavendel-Produkte sind immer gefragt. Getrocknete Lavendelblüten werden beispielsweise, in kleine Säckchen verpackt, zur Parfümierung von Wäsche und als Mottenschutz verwendet. Tipp für die Herstellung von Duftsäckchen: Kurz vor dem vollständigen Aufblühen die Blüten und Blätter ernten.

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Quellen: Microsoft Encarta 2005, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)