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Die Pflanze des Monats Januar 2004:
Die Linse

Die Linse ist eine einjährige Krautpflanze, die aus Südwestasien stammt und in gemässigten Klimazonen weit verbreitet ist – sie verträgt Temperaturen von -5 bis -9° C. Unter winterharten Bedingungen, beispielsweise im Gebirge, wird die Linse zu Beginn des Frühjahrs gesät.Die Linse bevorzugt leichte Kalkmergel-Böden, auch auf Kalkschotter und kalkhaltigem Sand kann sie in warmen, trockenen Gebieten angebaut werden. In den meisten Anbaugebieten wird sie nach wie vor auf kleinen Flächen mit viel Handarbeit kultiviert. Nur in den USA und Kanada gibt es ein grossflächiger, vollmechanisierter Anbau.

1994 wurden in der Welt etwa 3,3 Mio. ha Linsen mit einer Produktion von 2,6 Millionen Tonnen angebaut. Fast 50 Prozent der Weltanbaufläche liegt in Indien. In Europa nahm der Linsenanbau seit dem Zweiten Weltkrieg kontinuierlich ab.

Die Gattung Lens Miller umfasst etwa 5 oder 6 Arten, die im Mittelmeergebiet und in Südwestasien bis zum Himalaja verbreitet sind. Bei der Lens culinaris unterscheidet man zwei Zuchtsorten: kleine braune ( Samen 2 bis 3 mm gross, schwarzbraun mit grauer Marmorierung - es ist wahrscheinlich die Stammform von Lens culinaris) und grössere gelbe ( Samen 3 bis 9 mm breit und 2 bis 3 mm dick – es gibt sie auch graubraun, rötlich oder schwarzbraun) .

 Nutzen

Linsen sind für ihren Reichtum an Proteinen bekannt. Seit alters her werden Linsen deshalb als Breinahrung, Suppe, Eintopf oder Gemüsebeilage in der menschlichen Ernährung eingesetzt.

«Im vorderen Orient werden die Linsen mit Knoblauch und Öl zubereitet. Teilweise werden sie geschält gehandelt und verwertet. Auch wurden die Linsen gemahlen dem Brotmehl zugesetzt. Wie andere Leguminosen dienen gebrannte Linsen als Kaffee-Ersatz. Auch werden Linsen als Hauptbestandteil zu " Heil- und Kraftmehlen ", verarbeitet und zur Vorbeugung und Heilung von allerlei Krankheiten empfohlen. In der Volksmedizin spielt im Mittelalter in Europa und bis heute im Mittelmeergebiet und im Orient die Verwendung von Linsenbrei, mit Essig angerührt, gegen Hauterkrankungen, Kropf, Gicht u.a. eine Rolle.»  Mehr zur Linse finden Sie hier!

Die heutige Vollwertküche enthält denn auch diverse Linsen-Rezepte: Linsensprossensalat, Linsensalat, Linsen-Cassoulet, Linsen-Weizen-Curry, Linsendips etc.

In den Samen ist «Phasin» enthalten – ein Stoff, der das Blut gerinnen lässt. Durchs Kochen wird Phasin aber unschädlich. Erkrankungen wurden indes bei Pferden, Schafen, Schweinen und Hühnern beobachtet, die Linsen als Trockenfutter erhalten hatten.

Die samen werden allerdings selten Tieren verfüttert. Die übrigen Pflanzenteile nutzt man aber als Viehfutter. Stroh und die Spreu sind ein eiweissreiches und rohfaserarmes Futtermittel für Rinder und Schafe.

 Geschichte und Verbreitung

Die Linse ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde – sie wurde schon vor zehntausend Jahren im Nahen Ostens kultiviert. Die ältesten Funde von Linsen stammen aus altsteinzeitlichen Schichten in einer Höhle auf dem Peloponnes. Die Funde belegen, dass im Laufe der Jungsteinzeit die Grösse der gefundenen Linsensamen zunahm, was auf eine verstärkte Kultivierung hindeutet. Aus Griechenland liegen Linsenfunde aus dem Frühneolithikum (6.200 bis 5.300 v. Chr.), aus Jugoslawien und Bulgarien aus der Zeit 5.300 bis 4.000 v. Chr. vor.

Linsen wurden einst auch den Toten als Speise mitgegeben, wie Grabfunde aus der Zeit 1990-1780 v. Chr. belegen. Einigee Stellen in der Bibel deuten ebenfalls auf den Stellenwert der Linse als Nahrungsmittel der alten Hebräer hin: So verkauft Esau sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht; Adam isst nach Abels Tod Linsen; beim Totenmahl für Abraham werden auch Linsen gegessen.

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 Linsensuppe "Zuppa di lenticchie"

Zutaten für 4 Personen:

Zubereitung: Die getrockneten Linsen über Nacht in soviel Wasser einweichen, dass sie grosszügig bedeckt sind. Am nächsten Tag abgiessen und kalt abspülen. Die Pancetta, den Knoblauch, die geschälte Karotte, die Zwiebel und den Stangensellerie würfeln, Salbeiblätter fein hacken und alles in Olivenöl dünsten. Linsen hinzu geben und mit Wasser knapp bedecken.

Temperatur auf kleine Stufe stellen. Die Linsensuppe ca. 45 Minuten bei schwacher Hitze leicht köcheln lassen. Dann probieren, ob sie weich sind. Erst zum Schluss mit Pfeffer und Salz würzen, sonst werden die Linsen nicht weich. Etwa 10 Minuten vor Ende der Kochzeit die Würstchen in der Linsensuppe erwärmen. In Italien isst man Zampone dazu – gefüllter Schweinefuss.

 Systematische Einordnung:

Die Linse gehört zur Familie Leguminosae. Sie wird als Lens culinaris klassifiziert.

 Ergänzende Infos:


 
Die Lens culinaris ist eine buschig verzweigte, etwa 20 bis 50 cm hohe Pflanze mit fiedrigen Blättern, die in Ranken enden.

 Sie hat kleine Blüten mit weissen, blassblauen oder lila Blütenblättern. Ihre Frucht ist eine Hülse mit Samen – die so genannten Linse.

Die Hülsen haben eine rhomboide Form, sind flach, 8 bis 15 mm lang und 4 bis 8 mm breit. Sobald sie reif sind, färben sie sich hellbraun und enthalten dann 1 bis 3 Samen.

 Die Samen sind diskusförmig, je nach Art und Zucht bräunlich grün, hellbraun bis graubraun, rötlich und dottergelb bis dunkelbraun einfarbig oder fein punktiert bis marmoriert.


 Am 31. Dezember gehört für Italienerinnen rote Unterwäsche zur Grundausstattung des Brauchtums. Rote Dessous, so heisst es, bringen Glück. Ansonsten wird in Italien zu Silvester vor allem geschlemmt. Nach Mitternacht langen die Feinschmecker noch einmal richtig zu: Dann werden Linsen serviert, die Geldsegen verheissen. Danach wird getanzt, gefeiert und geknallt.