Die Pflanze
des Monats Mai 2003:
Die Magnolie
Sie gehören in unseren Gärten zu den attraktivsten Blütengehölzen: Die Magnolien. Ihre auffallenden, zum Teil sehr grossen Blütenblätter entfalten die meisten Sorten vor der Entwicklung der Laubblätter. Dies verstärkt ihre Wirkung, auch über grössere Entfernungen.
Magnoliengewächsebilden eine kleine Familie holziger Blütenpflanzen mit zwölf Gattungen und etwa 220 Arten. Die bekanntesten in unseren Breiten sind Magnolia acuminata, Magnolia x soulangeana (das x steht für Kreuzung), Magnolia grandiflora, Magnolia sieboldii, Magnolia kobus und Magnolia stellata. Die beiden zuletzt genannten Arten haben auffällige sternförmige Blüten. Die Sammelfrucht reift im Spätsommer und sieht zapfenförmig aus, viele halten sie für eine Kospe. In ihrem inneren findet man die einzelnen kleinen ovalen Früchte.
Das leichte, gelbfarbene
Holz des Tulpenbaumes gehört zu den wertvollsten Hölzern in den Vereinigten
Staaten. Es wird in grossem Rahmen als Furnier, in Holzmühlen und bei der
Papierherstellung eingesetzt. Der Tulpenbaum wird über 46 Meter hoch,
er hat auch als Ziergehölz Bedeutung. Manche Arten der Gattung Magnolien
werden wegen ihrer auffälligen Blüten gezüchtet. Die bekannte
grossblütige Magnolie wird in warmen Regionen angebaut. Sie ist ursprünglich
in einem schmalen Küstenstreifen der südöstlichen Vereinigten
Staaten beheimatet. Von den übrigen ungefähr 80 Arten der Gattung
werden die meisten ebenfalls kultiviert. Die zahlreichen Hybridformen verlieren
ihre Blätter im Herbst und bilden im Frühling, bevor die neuen Blätter
kommen, prächtige Blüten.![]()
Die Familie ist Teil einer Ordnung, die mehr Arten mit ursprünglichen Eigenschaften umfasst als jede andere Ordnung. Die meisten Spezies wachsen in den Tropen. Doch sind auch Artengruppen gemässigter Klimaregionen von holzwirtschaftlicher und gärtnerischer Bedeutung. Alle Angehörigen der Ordnung sind Holzpflanzen, und die Mehrzahl besteht aus mittelgrossen oder kleinen Bäumen. Mit wenigen Ausnahmen besitzen sie alle auffällige oder sogar prächtige Blüten. Die Blütenteile (Kelch-, Blüten-, Staubblätter und Stempel) sind nicht verwachsen und spiralig auf einer Achse angeordnet. Die Staubblätter (männliche Blütenteile) sind breit und blattartig. Die Fruchtblätter (weibliche Blütenteile) lassen in manchen Fällen ihren Ursprung als modifizierte Blätter erkennen. Der Reichtum an aromatischen Ölen, die einfachen wasserleitenden Zellen des Stammes und die Samen mit ihren kleinen Embryonen sind ebenfalls deutliche Hinweise auf den frühen Ursprung dieser Ordnung. Viele Arten werden zudem von Käfern bestäubt – ein weiterer Hinweis darauf, dass diese Pflanzen den ursprünglichen Blütenpflanzen nahestehen.
Die bittere Rinde von Magnolia grandiflora wird in Nordamerika gegen Wechselfieber eingesetzt.
Magnolien stammen aus China, Japan oder Nordamerika. Sie wachsen bei uns als Zierbäume in Gärten und Parks. Um ihre ganze Blütenpracht zu entfalten, brauchen die Magnolien lehmige, kräftige Humuserde. Ferner benötigen sie einen geschützten Standort, in jungen Jahren sollte man sie gegen Frost abdecken.
Später Frost im April,
Mai gefährdet leider die Blüten. Durch ihn kann die gesamte Blüte
oder deren Spitze braun werden. Wer späterblühende Sorten pflanzt
ist daher auf der etwas sichereren Seite. Magnolien benötigen deshalb eine
sonnige bis halbschattige und vor rauhen Winden geschützte Lage. Der Boden
sollte humusreich, gut mit Nährstoffen versorgt und locker (wasserdurchlässig)
sein sowie im schwachsauren bis neutralen Bereich liegen. Da das Umgraben unter
der Baumkrone den flach wachsenden Wurzeln schadet, sollten niedrige Stauden,
wie Gedenkemein oder Kaukasusvergissmeinnicht unter das Gehölz gepflanzt
werden.
Ersatzweise ist auch in den ersten Jahren ein Abdecken mit Kompost, verrottetem
Laub oder Stallmist ratsam. Die beste Zeit zum Pflanzen ist das Frühjahr.
Die Magnolien haben ihre Heimat in Ostasien und Amerika. Es handelt sich um eine sehr alte Pflanzenfamilie, deren Entwicklungsbeginn etwa 100 Millionen Jahre zurückreicht.
Im 18. Jahrhundert machte der englische Botaniker Plukenett eine Forschungsreise nach Florida, wo er den Magnolienbaum entdeckte und sofort von ihm beeindruckt war. Zu Ehren des Botanikers Magnol, der als erster den Begriff der Pflanzenfamilien geschaffen hatte, benannte Plukenett dann diese Gattung.
1755 wurden Magnolienbäume in den Königlichen Gärten von Paris angepflanzt. Monsieur Darquistade soll die erste Magnolie besessen haben, die blühte aber erst, nachdem er sie aus dem Gewächshaus ins Freiland umsetzte.
Die Tulpen-Magnolie (Magnolia soulogiana) kommt als Grossstrauch oder kurzstämmiger Baum vor und wird etwa 4 bis 6 m hoch. Mit ihren 10 cm grossen aufrecht stehenden tulpenförmigen weissen, aussen rosa-violett überlaufenen Blüten, die in ausserordentlicher Fülle den Baum zieren, ist sie die bekannteste und auffälligste Sorte. Blütezeit: April bis Mai.
Die Purpur-Magnolie (Magnolia liliiflora „Nigra“) wird als Strauch 3 bis 4 m hoch und wächst langsam sowie dichtbuschig. Die elegant wirkenden Blüten sind schmal und lilienförmig, sowie aussen dunkelpurpur gefärbt. Sie sind weniger durch Spätfröste gefährdet, da die Blütezeit im Mai und damit relativ spät liegt. Ein weiterer Vorteil besteht in der längeren Blütezeit, da die Blüten nicht alle zur gleichen Zeit, sondern nach und nach aufblühen. Ausserdem sind die später erscheinenden Blüten in den noch geschlossenen Knospen auch besser vor Spätfrost geschützt. Wegen ihres langsamen Wachstums und ihrer kleinen, kompakten Form ist die Purpurmagnolie besonders gut für kleinere Gärten geeignet. Ihre dunkle Blütenfarbe kommt vor hellen Wänden besser zur Geltung als vor dunklen, immergrünen Gehölzen.
Stern-Magnolie „Royal Star“ wächst langsam, wird nicht sehr hoch und ist daher gut für kleine Gärten geeignet. Mit ihr gibt es eine Verbesserung der bekannteren und weit verbreiteten ursprünglichen Magnolia stellata. Der breitbuschige Strauch wird etwa 2,5 bis 3,5 m hoch. Die schmalen Blütenblätter sind sternförmig angeordnet und reinweiss. Magnolia stellata „Royal Star“ blüht im (März)-April und etwa 7 bis 14 Tage später als die ursprüngliche Art. Damit ist sie auch etwas weniger durch Spätfrost gefährdet. Dennoch passt sie wegen ihrer relativ frühen Blüte besser in mildere Lagen. Die Sorte ist sehr reichblühend und gleichfalls für kleinere Gärten gut geeignet.
Von der Magnolia loebneri gibt es zwei interessante Sorten „Leonard Messel“ und „Merrill“, deren Blüten weniger frostempfindlich sind als die der oben genannten Tulpen-Magnolie. „Leonard Messel“ wird als Strauch oder kleiner Baum 3 bis 5 m hoch und meist noch breiter. Diese reichblühende Sorte bezieht ihre Attraktivität aus den weiss-rosa-violett leuchtenden Sternblüten. Die Sorte „Merill“ wird grösser, etwa 5 bis 7 m hoch. Diese grossblumige Magnolie zeichnet sich durch einen gleichmässigen, kegelförmigen Wuchs und leuchtend weisse sternförmig angeordnete Blütenblätter aus. Beide Sorten blühen ab Mitte April und im Mai.
Systematische
Einordnung
Magnolien bilden die Familie Magnoliaceae der Ordnung Magnoliales. Die Gattung Magnolien heisst wissenschaftlich Magnolia. Der Tulpenbaum wird als Liriodendron tulipifera klassifiziert, und die grossblütige Magnolie trägt den botanischen Namen Magnolia grandiflora.
Ergänzende
Infos:

Blüten
des Tulpenbaumes:
Der Tulpenbaum ist nach seinen rund fünf Zentimeter grossen, tulpenähnlichen
Blüten benannt. Die meist vierlappigen Blätter haben an ihrem Grund
zwei Nebenblätter.

Die
Magnolie (Magnolia spec) blüht
von April bis Mai und treibt erst danach die Blätter aus. Ihre tulpenartigen,
duftenden Blüten erinnern an die Heimat dieses eleganten Ziergehölzes,
die Wälder Ostasiens. Am richtigen Standort (sonnig bis halbschattig, geschützt)
können Magnolien ein sehr hohes Alter erreichen. Am schönsten gedeihen
Magnolien, wenn sie nicht geschnitten werden.

Magnolien
werden wegen ihrer prachtvollen Blüten als Zierpflanzen
kultiviert. Magnolien zeichnen sich bezüglich der Blütenform und Farben
durch eine hohe Vielfalt aus. Von bordauxrot über pink, weis, gelb bis
hin zu stahlblauen Blüten ist Alles möglich.
