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Die Pflanze des Monats Januar 2008: Mais

Mais ist mehr als Hühnerfutter. Man denke nur – gerade in den kalten Wintertagen – an die Polenta. Mehr dazu...

Die Maispflanze ist einjährig und hat einen unverzweigten kräftigen  Stängel, der im Gegensatz zu den meisten Süssgräsern nicht hohl ist und an der Basis meist bis zu fünf Zentimeter Durchmesser erreicht. Hinsichtlich der Grösse zeigt er starke Abweichungen: Während manche Zwergformen ausgewachsen kaum höher als 60 Zentimeter werden, können andere Sorten eine Höhe von sechs Metern oder mehr erreichen; im Durchschnitt liegt die Höhe bei etwa zwei bis 2,5 Metern. Die wechselständigen Blätter sind etwa fünf bis zehn Zentimeter breit, lanzettlich geformt, recht derb und kräftig dunkelgrün.

 

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Sorten

Es gibt etwa 50'000 verschiedene Maissorten und sie haben die unterschiedlichsten Kennzeichnungen: Einige reifen innerhalb von zwei Monaten, andere brauchen dazu elf Monate. Die Färbung der Blätter variiert von hell- bis dunkelgrün, von braun, rot bis purpurfarben. Die Länge der reifen Kolben reicht von weniger als sieben Zentimetern bis 50 Zentimetern. Und die Anzahl der Kernreihen kann 8 bis 36 oder sogar noch mehr betragen. Aufgrund der Form der Körner kann man sechs Hauptgruppen von Maissorten unterscheiden:

 

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Krankheiten und Schädlinge

Mais wird von zahlreichen Krankheiten und Schädlingen befallen. Unter den Krankheitserregern stellen die Pilze die wichtigste Gruppe dar, unter anderem verursachen sie den Maisbeulenbrand bzw. Maisbrand. Auch zwei bedeutende Viruserkrankungen (maize dwarf mosaic virus und maize stunt virus) befallen Maispflanzen. Gefürchtet sind überdies die Larven des Maiszünslers (eines kleinen Schmetterlings, Ostrinia nubilalis, auch Pyrausta nubilalis), die vor allem die Pflanzenstängel befallen und deren Inneres aushöhlen.  In den letzten Jahren haben auch die Larven des Gurkenkäfers starke Verluste verursacht.

Mehr zu den Krankheiten:

Mehr zu den Schädlingen:

Seit den 1990er Jahren werden mittels Gentechnik schädlingsresistente und herbizig-tolerante Maissorten entwickelt und angebaut, so etwa der Bt-Mais. Gentechnisch veränderte Sorten werden – obwohl die Folgen des Anbaus auf die gesundheit von Natur und Mensch äusserst umstritten sind – bereits auf 11 Prozent der weltweiten Anbaufläche (140 Millionen Hektar) angebaut, vor allem in Nordamerika, wobei der Anteil jährlich um ca 15 Prozent wächst (Quelle: AFAA). 

In der Schweiz muss gentechnisch veränderter Mais in Lebensmitteln kenntlich gemacht werden. Chemisch modifizierte Lebensmittelzusatzstoffe (Zusatzstoffe der zweiten Generation) aus gentechnisch verändertem Mais, wie etwa modifizierte Maisstärke, müssen nicht gesondert gekennzeichnet werden. Nicht ausgezeichnet werden auch tierische Produkte, die durch Verfütterung von gentechnisch verändertem Mais gewonnen werden.

 

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Verwendung

Mais wird in erster Linie als Viehfutter verwendet. Ein kleinerer Teil wird zur Herstellung von Alkohol bzw. Branntwein, Sirup, Zucker, Maismehl und Trockennahrungsmitteln genutzt. In Italien, der Schweiz und den Balkanländern bereitet man aus Maismehl Polenta zu (siehe oben). Von vergleichbarer Bedeutung sind die Tortillas genannten, pfannkuchenartigen Maisfladen, die man in Mittelamerika isst.

Aus Maiskolben stellt man aber auch Furfural her, eine Flüssigkeit, die zur Herstellung von Nylonfasern und Phenol-Formaldehyd-Kunststoffen, zum Raffinieren von Baumharz, zur Produktion von Schmierölen aus Erdöl und zur Reinigung von Butadien bei der Herstellung von synthetischem Gummi dient. Gemahlene Maiskolben finden als weiches und grobes Schleifmittel Verwendung. Grosse ganze Strünke der Kolben einer bestimmten Maisform, des so genannten „cob pipe”-Maises, werden zu Tabakpfeifen verarbeitet. Die Samenkörner des Maises werden zu Maisöl gepresst, das zum Kochen, als Salatöl und in verfestigter Form als Margarine Verwendung findet; weiterhin wird es zur Herstellung von Farben, Seifen und Linoleum genutzt. (Quelle Microsoft Encarta Enzyklopädie 2005)

Der Bart der Maispflanze gilt überdies als Heilpflanze, denn er fördert die Ausscheidung, regt den Stoffwechsel an und hilft dadurch beim Abnehmen. Auch gegen hohen Blutdruck und Verstopfung kann kan Maisbart-Tee einsetzen.

 

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Anbau

Die USA sind mit 38 Prozent der Weltproduktion das führende Land im Maisanbau. Der grösste Teil des Maises wird dort im Mittelwesten, im so genannten Maisgürtel (corn belt) angebaut. Weitere führende Maisanbauländer sind China, Brasilien und Mexiko.

Im Jahr 2005 wurden laut Statistik der FAO weltweit 710,3 Millionen Tonnen Mais produziert. Damit liegt Mais vor Reis (628,5 Mio. t) und Weizen (620,0 Mio. t).

 

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Geschichte

Mais stammt vermutlich aus Mittelamerika und war vor Ankunft der Europäer viele Jahrhunderte lang das wichtigste Getreide dieser Region. Der Ursprung des kultivierten Maises ist indes nach wie vor ein Rätsel, da Mais nur als Kulturform bekannt ist. Archäologische Funde zeigen, dass die Indios in Mexiko bereits vor etwa 12'000 Jahren die Körner einer wilden maisartigen Pflanze (Teosinte) sammelten und nutzten.

Der Mais hat bis heute eine mythologische Bedeutung bei der indianischen Bevölkerung und gehört zur Schöpfung des Menschen. Im "Popol Vuh", dem heiligen Buch der Mayas, steht geschrieben, dass es den Göttern erst gelang, die menschliche Kreatur zu erschaffen, als sie der Moduliermasse Maismehl beigemischt hatten. Selbst die Christianisierung hält die Indios nicht davon ab zum Maisgott Cinteotl zu beten. Viele archäologische Funde zeigen Darstellungen des Maises. (Quelle Microsoft Encarta Enzyklopädie 2005)

Bereits 1525 wurden in Spanien die ersten Felder mit Mais bebaut, nachdem Christoph Kolumbus die Pflanze in der Karibik entdeckt und mit nach Europa brachte. Von dort gelangte er in die Balkanländer und nach Indien und China.

In der Alten Welt stellte er zunächst allerdings nur eine exotische Zierpflanze dar – ähnlich wie die ebenfalls aus Amerika eingeführte Tomate und die Kartoffel –, als Getreide angebaut wurde er dagegen erst im 17. Jahrhundert.

Als einer der Vorfahren des Maises wird die Teosinte vermutet, ein in Mexiko beheimatetes, ebenfalls einjähriges Süssgras. Vielleicht entstand durch Kreuzung der Teosinte mit einer ausgestorbenen Art der erste Wildmais, aus dem der Kulturmais durch Züchtung und Auslese hervorging. Genaue Klärung erhofft man sich durch genetische Analysen.

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Systematische Einordnung

Mais bildet die Gattung Zea aus der Familie Gramineae (oder Poaceae). Der Kulturmais trägt den wissenschaftlichen Namen Zea mays. Der mehrjährige, für ausgestorben gehaltene und in Mexiko wiederentdeckte Wildmais trägt den Namen Zea diploperennis, die Teosinte wird als Zea mays ssp. mexicana oder Euchlaena mexicana bezeichnet.

Mais ist auch unter der Bezeichnung Kukuruz (vor allem in Österreich), Türkischer Weizen oder Welschkorn bekannt, in den Vereinigten Staaten (USA) wird er corn genannt. Der Name kommt von der Bezeichnung mahiz der karibischen Indianerstämme für diese Pflanze.

Weblinks/Quellen:

 

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Ergänzende Infos


Legende
Maisprodukte
sind nebst der Polenta:  Cornflakes, Popcorn, Tortilla: (Maisfladen), Tortillachips,Maizena oder Mondamin, Maiskeimöl, Dextropur: Aus Maiskörnern extrahierter Traubenzucker. Mais wird aber nicht nur als Lebensmittel genutzt. Er dient als Rohstoff für die Herstellung von Textilien, Papier, Kleb- und Zündstoffen und als Verpackungsmaterial wie Cellophan.



Legende Die langen und feinen Fasern, die sich an der Spitze des Kolbens als dichtes Büschel befinden und bereits sichtbar sind, wenn der unreife Kolben noch in der Blätterhülle eingeschlossen ist, stellen die stark verlängerten Griffel der einzelnen weiblichen Blüten dar.


Legende
Die Maiskörner
genannten Samen sind zunächst weich, bei der Reife jedoch hart. Sie sitzen in kleinen Grübchen in mehreren parallelen Reihen direkt an der Achse des Kolbens.



Legende Maisformen: Hartmais (flint = Kiesel, Feuerstein, flach, rund);
Zahnmais (dent);
Puffmais (popcorn);
Zuckermais (sweet corn);
Stärkemais (flour corn);
Wachsmais (waxy corn);
Spelzmais (pod corn).

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Quellen: Microsoft Encarta 2005, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)