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Die Pflanze des Monats Juni:
Der Mandelbaum

Der Mandelbaum ist ein aus dem östlichen Mittelmeerraum stammender kleinwüchsiger Baum, der zur Familie der Rosengewächse zählt. Der Mandelbaum wächst bis zu einer Höhe von neun Metern und wird seid 4000 Jahren kultiviert. Angepflanzt wird er hauptsächlich in Kalifornien, USA, im Mittelmeergebiet aber auch in Pakistan und im Iran. Jedoch reift die Mandel auch in wärmeren Gegenden Europas.

Die wichtigsten Sorten sind Süssmandel und Bittermandel:

Pflege / Standort: Die Bäumchen kommen bei gleichmässiger Wasser- und Düngerversorgung in einem grossen Pflanzgefäss hervorragend zurecht, können aber auch im Garten an einem geschützten Platz ausgepflanzt werden.

Die Essmandel galt in unseren Breitengraden lange Zeit als nicht oder nur sehr schwach winterhart. In der Zwischenzeit haben wurden verschiedene Typen getestet und die besten Selektionen ausgelesen. Die Sorten 'Amanda' und 'Rosella' gelten inzwischen als ziemlich winterhart.

Die Prunus dulcis (Essmandel) braucht aber zwingend einen sonnigen Standort. Sie wächst in jedem normalen Gartenboden. Die Essmandel kann als Strauch oder als Baum gezogen werden. Korrekturschnitte erträgt sie gut. Sonst ist keine Pflege nötig. Krankheiten treten eigentlich nicht auf.

Verwendung

In der vegetarischen Küche haben Mandeln einen festen Platz erobert. Sie bereichern die Ernährung nicht nur durch ihren guten Geschmack; sie sind eiweissreicher als manche Käsesorten, enthalten hochwertige Pflanzenfette, die den Stoffwechsel nicht belasten und in ihrer braunen Schale stecken reichlich Ballaststoffe. Ferner enthalten sie mehr knochenstärkendes Kalzium als Milch und Yoghurt, und sie übertrumpfen mit ihrem Eisengehalt manche Fleischsorte. An diesen Eisenvorrat kommt der Körper übrigens am besten heran, wenn man Mandeln mit Vitamin C-reichen Früchten zu sich nimmt. Zur Lösung verschiedenster Hautprobleme kann ihr Gehalt an Zink, Selen und Schwefel beitragen; im Allergiebereich ist der hohe Mangangehalt vorteilhaft. Aber: Mandeln enthalten, wie alle Nüsse, reichlich Kalorien - eine Mandel enthält etwa 12 Kalorien.
Quelle: Naturheilkundelexikon

Das rötlich gefärbte Mandelholz ist hart und wird zum Möbelbau verwendet. Von wirtschaftlicher Bedeutung ist zudem der fett- und proteinhaltige Samen der aprikosengrossen Frucht. Bittermandeln enthalten neben Fett und Protein als zusätzlichen Bestandteil das Blausäureglykosid Amygdalin und dienen zur Gewinnung des Bittermandelöles. Süssmandeln sind sehr nahrhaft und werden u. a. zur Herstellung von Marzipan und Mandelöl genutzt.

Wissenswertes

Alle Bezeichnungen für Mandel in europäischen Sprachen gehen auf griechisch amygdale oder amygdalos zurück. Der Ursprung dieses Wortes ist nicht mehr bekannt. Der Präfix al- in den iberischen Namen (z.B. spanisch almendra) ist der eingeschleppte arabische Artikel al oder el, der während der maurischen Besetzung der iberischen Halbinsel in viele wissenschaftliche Termini eindrang. Der Gattungsname Prunus leitet sich vom griechischen proumnon = Pflaume ab, der Verwandten der Mandel. Der Artname dulcis = süss bezieht sich auf den Geschmack der Kerne.

Die Mandel wuchs schon in der Steinzeit und wurde vermutlich ab der Bronzezeit bewusst kultiviert. Wahrscheinlich ist die Mandel das älteste Kulturobst der Alten Welt, dessen Erfolgsgeschichte bis in die heutige Zeit reicht. Bereits im 17. bis 16. Jahrhundert vor Christi Geburt gelangte der aus Asien stammende Mandelbaum über Persien nach Kleinasien, Syrien und Ägypten. Im 5. Jahrhundert ging es dann weiter nach Griechenland und ins Römische Reich. Karl der Grosse trug sehr zur Verbreitung des Mandelbaums bei, der heute aus den mediterranen Ländern nicht mehr wegzudenken ist. Dort gilt er als Symbol der Wachsamkeit und der Wiedergeburt, weil er bereits im Januar blüht.

Vor allem aus dem antiken Griechenland stammen vielen Sagen, in denen der Mandelbaum eine Rolle spielt. Einer Sage nach soll die Mandel aus einem Blutstropfen der griechischen Göttin Kybele entstanden sein, der „Mutter der Götter“, die in Kleinasien ursprünglich die Berg- und Fruchtbarkeitsgöttin war. In anderen Darstellungen soll der Mandelbaum aus der männlichen Hälfte eines zwittrigen, von Zeuss erzeugten Wesens entstanden sein. 

Vielleicht am meisten Bekanntheit hat die Mandel in Form des Marzipans erlangt, das ursprünglich aus dem Orient stammt und traditionell aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser besteht. Baghlaba ist die persische, zusätzlich mit Kardamom gewürzte Variante, die es traditionell zum dortigern vierwöchigen Neujahrsfest gibt. Im 16. Jahrhundert war die Herstellung des Marzipans in deutschen Landen Aufgabe der Apotheker, deren "Confectiones" nur deshalb mit Zucker zubereitet wurden, um die bittere Medizin angenehmer zu gestalten. Marzipan galt unter anderem als "Hertzzucker". Nach und nach überwog beim Mandelkonfekt die reine Gaumenfreude, sodass es von der Medizin zur Süssigkeit mutierte.

In der mittelalterlichen Küche fanden sich Mandeln nicht nur in Süssspeisen: Auch Fleisch- und Fischgerichte wurden mit ihnen zubereitet.

Der Mandelbaum sondert Harz ab, das sich tränenförmig auffangen lässt. Mit den Harztränen räucherten die Menschen im antiken Griechenland gegen Krankheit und böse Geister an. Der feine Duft desinfiziert, reinigt und klärt.

Quelle und mehr dazu: www.wala.de

Systematische Einordnung

Der Mandelbaum gehört zur Familie Rosaceae und wird botanisch als Prunus amygdalus bezeichnet. Süßmandeln heißen lateinisch Prunus amygdalus var. dulcis, Bittermandeln Prunus amygdalus var. amara.

 Ergänzende Infos:


Die Frucht ist eiförmig, flach, 3 cm gross und samtig behaart. Der Kern bildet die Mandel.


Die Mandeln steckt in der pelzigen Schale.

Der Mandelbaum ist ein Rosengewächs, also engstens verwandt mit Kirsche, Pfirsich, Aprikose und eben der Rose.


Der Mandelkern entspricht dem Inneren eines Pfirsichkerns, aus dem übrigens der Ersatzmarzipan namens Persipan hergestellt wird.


Der Mandelbaum: Wegen ihm fahren viele Leute während der Blütezeit nach Spanien und anderen Mittelmeerländern. Ganze Täler und Berghänge sind während dieser Zeit überzogen von einem zartrosa bis rosa Hauch.

Quellen: Microsoft Encarta 2005, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)