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Mariendistel

Die Pflanze des Monats September 06:
Die Mariendistel

Die Mariendistel aus der Familie der Korbblütler ist nicht nur eine uralte Heilpflanze, sondern auch ein sehr schönes Ziergewächs für den Garten. Sie wird bis zu 1,5 m hoch und hat grosse, dunkelgrüne Blätter mit weisser Zeichnung, die am Rand spitze Dornen tragen. Zwischen Juli und August bilden sich purpurne bis rote halbkugelige Blütenköpfe. In den Blütenständen entwickeln sich samenartige Früchte, die zu Heilzwecken verwendet werden.

Die Heimat der Mariendistel ist das Mittelmeergebiet und der Vordere Orient – Südeuropa, Südrussland, Kleinasien und auch Nordafrika. Sie wird heute aber auf grossen Plantagen in Österreich (Waldviertel), Ungarn, Argentinien, Venezuela und China angebaut. Auch in der Schweizer Gärten und Kulturen kommt sie vor. Da die Mariendistel zum Verwildern neigt, findet man sie manchmal auch irgendwo an warmen und trockenen Plätzen.

Die Mariendistel lässt sich gut durch Samen vermehren. Sie bevorzugt einen gut entwässerten Boden in sonniger Lage.

Geschichte

Die Mariendistel wurde schon von Dioskurides (griechischer Arzt 40-90 n.Chr ) in seiner Materia medica als Heilpflanze erwähnt. Und im Mittelalter hat man sie bereits in den Klöstern in Europa angebaut.

Die heutige Verwendung in der Therapie von Lebererkrankungen geht zurück auf die Empfehlungen des Arztes Johann Gottfried Rademacher (1772-1850). Die lange Zeit in Vergessenheit geratene Droge fand inzwischen durch umfangreiche analytische und klinische Studien ihre wissenschaftliche Bestätigung.

Wirkung und Anwendung

Die Mariendistel gilt als das wirksamste natürliche Leberheilmittel. Sie ist sogar synthetischen Mitteln überlegen und wird in der Intensivmedizin bei Vergiftungen mit Knollenblätterpilz, der die Leber zerstört, hoch dosiert zur Lebensrettung eingesetzt.

Sie wirkt auch anregend, fiebersenkend, galle- und harntreibend. Weitere Anwendungen sind Migräne und Verdauungsbeschwerden.

Zu heil-medizinischen Zwecken werden von der Mariendistel heute nur die etwa sieben Millimeter langen, eiförmigen Früchte (Samen) verwendet. Sie sind graubraun bis glänzend schwarz marmoriert. Sie enthalten als Hauptwirkstoff Silymarin. Dies ist die Bezeichnung für ein Gemisch aus Silybin, Silychristin und Silydianin. Ausserdem die Flavonoide Apigenin, Chrysoeriol, Quercetin und weitere, Proteine , fette Öle und Triterpene.

Die therapeutische Wirksamkeit von Silymarin beruht auf zwei Wirkungsmechanismen: Silymarin verhindert einerseits, dass Lebergifte nicht in das Zellinnere eindringen können. Andererseits stimuliert Silymarin die Regenerationsfähigkeit der Leber.

Mehr dazu hier: www.naturheilkunde-preetz.de

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Name

Der Name Mariendistel rührt von einer Sage her, wonach die Mutter Gottes ihre Milch auf der Distel verloren hat. Die weissen Flecken auf den Blättern seien auch dadurch entstanden. Die ursprüngliche Bezeichnung für die Pflanze war nach Linné Carduus marianus. Erst später wurde sie in eine neue Gattung, nämlich Silybum, überführt, die sich etymologisch vom griechischen sílibon (Quaste) ableitet und deren einzige Species sie darstellt. Diese weicht somit von der historischen Bezeichnung ab.

Synonyme für die Mariendistel: Fehdistel, Fieberdistel, Frauendistel, Krone Christi, Heilanddistel, Marienkärner, Stechkörner, Milchdistel , Schreckdistel, Stechkraut, Venusdistel, Weissdistel

Die Bezeichnung Distel wird umgangssprachlich für verschiedene Pflanzen mit stacheligen Blättern aus verschiedenen Gattungen der Korbblütler verwendet. Dazu zählen unter anderem die Gemeine Kratzdistel mit purpurfarbenen Blüten, die Acker-Kratzdistel mit kleinen lilafarbenen oder weissen Blüten, die weisslich oder blau blühende Kugeldistel, die purpurfarbene Mariendistel, Eselsdistel, Gänsedistel und die grossköpfige, gelb blühende Benediktinerdistel.

Systematische Einordnung

Disteln gehören zur Familie Compositae. Der wissenschaftliche Name der Nickenden Distel lautet Carduus nutans, die Krause Distel heisst Carduus crispus. Die Gemeine Kratzdistel tägt den botanischen Namen Cirsium vulgare, die Acker-Kratzdistel den Namen Cirsium arvense, die Kugeldistel den Namen Echinops und die Mariendistel den Namen Silybum. Die Eselsdistel wird botanisch als Onopordum bezeichnet, die Gänsedistel als Sonchus und die Benediktinerdistel heißt Cnicus benedictus.

Weblinks/Quellen:

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Mariendistel
Zwischen Juli und August bilden sich endständige purpurne bis rote halbkugelige Blütenköpfe.

Mariendistelkerne
Mariendistel-Samen
sind 6 bis 7 mm lang. Es gibt weisse, graue, braune und schwarze Früchte, manche sind auch gefleckt.

Mariendistel
Heilwirkung:
Sei es zur Entgiftung wegen Alkoholismus, Drogenkonsums , Chemikalien oder aber zur Regeneration bei Fettleibigkeit , Knollenblätterpilz-Vergiftung, oder Hepatitis. In allen diesen Fällen kann eine mehrwöchige Kur mit einem Mariendistelstee hilfreich sein.

Bei schweren Leberbelastungen beträgt die Anfangsgsdosis 400 mg Silymarin pro Tag und kann nach 2 Wochen auf ca. 200 mg pro Tag gesenkt werden.

Artischocke
«Wilde Artischocke» nennt man die Mariendistel – und sie wird denn auch leicht mit einer richtigen Artischocke (hier im Bild) verwechselt.

Die Artischocke ist ebenfalls eine geschätzte Heilpflanze, deren Wirksamkeit durch zahlreiche klinische Studien belegt ist. Die ausgeprägte galletreibende Wirkung führt zu verbesserter Fettverdauung, Verminderung von Blähungen und Völlegefühl, gleichzeitig werden Cholesterin und Triglyceride im Blut gesenkt (etwa zwischen 10- 15%).

Mehr Infos zur Artischocke...

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Quellen: Microsoft Encarta 2005, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)