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Nelken

Die Pflanze des Monats Juli 06:
Die Nelken

Nelken? Die einen denken dabei an Kränze auf Gräbern, andere an die Revolution in Portugal oder an den 1. Mai, einige aber auch an Marinaden oder Lebkuchen. Doch die Gewürznelke hat mit der Nelke im Knopfloch nichts gemein – mit Ausnahme der Namensverwandtschaft.

Beleiben wir zuerst einmal bei der Nelkenblume: Die Nelken bilden eine von 80 Gattungen in der Familie der Nelkengewächse. Manche von ihnen sind Halbsträucher oder Sträucher. Nelkengewächse sind überwiegend in Europa und den gemässigten Zonen Asiens heimisch. Etliche der 2000 Arten sind jedoch weltweit verbreitet, da die kleinen Samen leicht verschleppt werden. So besiedeln Nelkengewächse Meeresuferbereiche, Trockenrasen und Felshängen, ebenso wie Wälder und Alpwiesen. Zur Familie gehören, nebst den namengebenden Nelken mit ungefähr 300 Arten, auch die Sternmiere, das Gemeine Seifenkraut und das Leimkraut.

Standort: Sonnig, trockener bis leicht feuchter, durchlässiger Boden. Die Heidenelke verträgt keinen Kalk. Nelken vertragen generell keine Staunässe, auf nassen Standorten sind sie kurzlebig und werden leicht von Krankheiten befallen.
 
Aussaat: Vermehrung durch Teilung, Aussaat oder Kopfstecklinge.

Pflege: Verkahlende Pflanzen durch Teilung verjüngen. Die Pflanzen nach der Blüte um ein Drittel zurückschneiden und dadurch zu einem frischen Austrieb anregen. Die Pflanzen sollten nur sparsam gedüngt werden, da die Blätter durch zu viele Nährstoffe grün werden.

Blütezeit: Heidenelke (Dianthus deltoides): Blüte Mai–Juni, lilarosa bis purpurrot mit ringförmigem Auge. Höhe: 15 cm. Blätter: glänzend grün, rasenartig
Federnelke (Dianthus plumaris): Blüte Mai–Juli, weiss, rosa, rot manchmal auch zweifarbig, die Blütenblätter sind am Rand leicht gefranst, sehr stark duftend. Höhe: je nach Sorte 25-30 cm. Blätter bilden blaugrüne Polster.

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Tipps zum Nelkenstrauss:

Arten/Sorten:

Heidenelke:

Dianthus deltoides ‘Albus’ (weiss mit karminrotem Ring)
Dianthus deltoides ‘Brilliant’ (karminrot)
Dianthus deltoides ‘Vampir’ (karminrot)

Federnelke:

Dianthus plumaris ‘Altrosa‘ (rosa, gefüllt)
Dianthus plumaris ‘Diamant’ (weiss, gefüllt)
Dianthus plumaris ‘Heidi’ (blutrot, gefüllt)
Dianthus plumaris ‘Maggie’ (karminrosa, gefüllt)
Dianthus plumaris ‘Morgenlicht‘ (leuchtend rosa, gefüllt)
Dianthus plumaris ‘Munoth’ (leuchtend rot, gefüllt)
Dianthus plumaris ‘Ine’ (weiss-rot, gefüllt)

Sie auch Nelken-Arten bei wikipedia:

Alpen-Nelke (D. alpinus)
Sand-Nelke (D. arenarius)
Rauhe Nelke (D. armeria)
Bartnelke (D. barbatus)
Karthäuser-Nelke (D. carthusianorum)
Landnelke, auch Gartennelke genannt (D. caryophyllus)
Heide-Nelke (D. deltoides)
Gletscher-Nelke (D. glacialis)
Pfingst-Nelke (D. gratianapolitanus) auch "Felsennägele" genannt
Hainburger Feder-Nelke (D. lumnitzeri)
Feder-Nelke (D. plumarius)
Busch-Nelke (D. seguieri)
Späte Feder-Nelke (D. serotinus)
Pracht-Nelke (D. superbus)
Stein-Nelke (D. sylvestris)

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Nutzung:

Nelken begleiten den Menschen seit alter Zeit. Medizinische Anwendung bei Magenverstimmung und Fieber. Nelkenduft wurde für Essig, Bier, Wein, Saucen und Salate verwendet, Blüten kandiert. Heute finden sie hauptsächlich als Zierpflanzen Verwendung. Der weltweit grösste Produzent Nelken als Schnittblumen ist Kolumbien.

 Wissenswertes aus der Geschichte der Nelken:
 
Der deutsche Name Nelke oder „Nägelin“ wurde der Blume im Mittelalter vermutlich aufgrund der Ähnlichkeit mit der Gewürznelke gegeben. Diese wurde nachgesagt, aphrodisierende Wirkung zu entfalten und dieser Ruf übertrug sich mitsamt Namen auf die Blumen. Nelken zierten vom Mittelalter an Brautbilder und galten als Symbol der Liebe und Ehe. Auch die göttliche Liebe wurde durch sie dargestellt, und es gibt zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert unzählige Marienbilder, auf denen Nelken zu sehen sind.

Wer glaubt, die gestreiften Nelken auf gelbem Grund seien eine neue züchterische Errungenschaft, der irrt. Schon vor 200 Jahren erfreuten sich die Vorläufer grosser Beliebtheit. Damals waren vor allem Sorten mit wenig gezackten Blatträndern en vogue. Mehr dazu…

Es wird behauptet, dass Königin Marie Antoinette während der Französischen Revolution in ihrem Gefängnis heimliche Nachrichten erhielt, die zwischen den Blütenblättern von Nelken versteckt waren. Genützt hat es allerdings wenig...

Symbolik: Nelkenrevolution und Arbeiterblume

Im Mittelalter war die Nelke ein Symbol für die Gottesmutter Maria.

Heute ist die rote Nelke ein Symbol der Arbeiterbewegung. Sie erhielt ihr politisches Image als Arbeiterblume auf dem Internationalen Sozialistenkongress, der 1889 in Paris tagte. Dort beschloss man, den 1. Mai in allen Ländern als Kampftag zu feiern. Da keine Fahnen mitgeführt werden durften, galt die rote Nelke im Knopfloch als Zeichen der Gleichgesinnten. Aber auch das war polizeilich untersagt und führte zu Verhaftungen und Krawallen. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deshalb – blieb die rote Nelke das Symbol der Arbeiterklasse.

Warum gerade die Nelke das Symbol für die Arbeiterklasse wurde, ist unklar. Vielleicht haben es die Adligen den Arbeitern vorgemacht, die während der Französischen Revolution mit einer roten Nelke im Knopfloch die Guillotine bestiegen. Ein Zeichen ihrer Unerschrockenheit und ihres nicht zu beugenden Mutes.

Berühmt ist die Nelke auch als Symbol einer Revolution geworden: Als die Lissabonner am Morgen des 25. April 1974 erwachten, war die älteste Diktatur Europas ohne Blutvergiessen beendet worden. Menschen strömten auf die Strassen und entwaffneten die Soldaten, indem sie ihnen rote Nelken in die Gewehre steckten. In den Geschichtsbüchern spricht man seither von der Nelkenrevolution.

Siehe auch: Nelkenrevolution unter http://de.wikipedia.org/wiki/Nelkenrevolution

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Gewürznelke

Die Gewürznelke gehört nicht zur Gattung der Nelkenblumen. Gewürznelken, auch Nelken oder Nägeli genannt, sind die Blütenknospen des ursprünglich auf den Molukken (Gewürzinseln) beheimateteten Gewürznelken-Baum (Syzygium aromaticum), einem Myrtengewächs. Er ist immergrün und kann bis zu zwanzig Meter hoch werden. Die Bezeichnung kommt von der an Nägel erinnernden Form der Knospen. Die als Nelken bekannten Blumen wurden wegen ihres ähnlichen Duftes nach den Gewürznelken benannt.

Geschichtliches:

Bereits Jahrhunderte vor Christi Geburt war die Gewürznelke bei den Chinesen und Indern bekannt und begehrt. Nach Europa kam sie allerdings erst während der Blüte des Römischen Reiches. Hauptumschlagplätze für den Gewürzhandel waren damals Alexandria und Konstantinopel. Konstantinopel blieb auch noch lange nach dem Untergang des römischen Imperiums bis in das Mittelalter hinein der Haupteinfuhrhafen und für den Gewürzhandel der bedeutendste Handelsplatz.

Im Mittelalter genoss die getrocknete Knospe des Nelken-Baumes ähnlich hohe Wertschätzung wie Muskat oder Pfeffer – und sie war ähnlich kostbar. In Famagusta auf Zypern wurde eine Kirche aus dem Erlös einer einzigen Schiffsladung Nelken erbaut! Als Portugal den Seeweg nach Indien entdeckt hatte und den Handel mit Pfeffer monopolisierte, wurden gleichzeitig die Molukken und damit der Handel mit Muskat und Nelken der portugiesischen Krone unterworfen. Die Niederländer traten ihre Erbfolge an und versuchten nun ihrerseits, das Monopol mittels Terror aufrecht zu erhalten. Doch französischen Kaufleuten gelang der Schmuggel einiger Nelken-Bäumchen, die in ihren Kolonien prächtig gediehen. Heute werden Nelken-Bäume in allen tropischen Ländern kultiviert, die hochwertigsten Gewürz-Nelken stammen aber nach wie vor von den Molukken, sie sind von hellerer Farbe als die aus anderen Ländern.
(Quellen: www.aalfred.de und www.weihnachtsseiten.de)

 

nach obenAnbau und Gewinnung:

Gewürznelken gedeihen am besten im tropischen Seeklima. Deshalb beschränkt sich ihre weitere Verbreitung nur auf mehrere Inseln und einige Küsten, so zum Beispiel auf Penang, Java, die Philippinen, Sri Lanka (früher: Ceylon), Madagaskar, Réunion, Mauritius, Sansibar, Pemba, auf einige Westindische Inseln und auf Guayana. Als die der besten Qualität gelten die der Molukken, Sansibars (dessen Insel Pemba zugleich Hauptanbaugebiet ist) und Madagaskars.

Gewürznelken-Bäume werden aus Samen, seltener aus Stecklingen gezogen und in Plantagen angebaut. Sie beginnen im sechsten Jahr zu tragen. Die Erträge steigern sich bis zum 20. und 25. Jahr und schwanken dann pro Baum zwischen 2 bis 4 kg jährlich. Sobald sich die noch fest geschlossenen Blütenknospen des Nelkenbaumes verfärben, werden sie gepflückt. 

Die Ernte kann meistens zwei Mal im Jahr vorgenommen werden. Die Knospen breitet man auf Grasmatten für mehrere Tage zum Trocknen aus, bis sie sich vom Rötlichen ins kräftig Braunrote verfärbt haben. Der Gewichtsverlust ist beträchtlich - 1000 kg frische Nelken ergeben ungefähr 250 kg getrocknete Nelken.


Verwendung / Nutzung:

Zu Pulver zermahlene Nelken sollten nicht gekauft werden, da dieses sein Aroma in Windeseile verliert, besser ist es, sie selbst fein im Mörser zu zermalmen. Doch auch bei Nelken-Köpfen ist den Haltbarkeits-Daten der Verpacker zu misstrauen. Gute, frische Nelken erkennt man daran, dass sie sich fettig anfühlen und etwas Öl absondern, wenn man mit dem Fingernagel gegen ihren Stiel drückt. Auch der Schwimmtest gibt Aufschluss über die Qualität: Hochwertige Nelken sinken in Wasser oder stellen sich zumindest senkrecht mit dem Köpfchen nach oben. Schlechte, d.h. mehr oder weniger entölte Nelken schwimmen waagerecht auf der Wasseroberfläche.

Bestimmend für Geruch, Geschmack und Wirkung von Gewürznelken sind die in ihnen enthaltenen ätherischen Öle, deren Anteil bis zu 15 % ausmacht. Sie bestehen im wesentlichen aus 70 bis 85 % Eugenol (das auch in Zimt vorkommt), etwa 15 % Eugenolacetat und 5 bis 12 % β-Caryophyllen. Ein weiterer Bestandteil ist Oleanolsäure mit 2 % Eugenol besitzt eine betäubende Wirkung, weshalb das Kauen von Gewürznelken als Hausmittel gegen Zahnschmerzen bekannt ist. Es soll auch gegen Mundgeruch wirksam sein.

Nelken eignen sich, sparsam gebraucht, zum Würzen verschiedenster Speisen. Man nimmt sie für Fleischgerichte, zum Fischsud und anderen Marinaden, für Sossen, Ragouts, Süsswaren, Backwaren, Obstgerichte, Getränke und zum Einmachen. Sie sind auch Bestandteil von Currypulver.

Die Industrie verwendet Nelken zur Herstellung von Wurstwaren, Back- und Konditoreiwaren, Parfum- und Kosmetikprodukten und zur Aromatisierung alkoholischer Getränke.
Die indonesischen Kretek (Nelkenzigaretten, hierzulande vor allem bekannt unter dem Namen des Marktführers "Gudang Garam") enthalten neben Tabak einen erheblichen Anteil geschroteter Gewürznelken.

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Systematische Einordnung

Nelkengewächse bilden die Familie Caryophyllaceae aus der Ordnung Caryophyllales. Die Gattung Nelke trägt den wissenschaftlichen Namen Dianthus. Der Gattungsname leitet sich ab von Dios = Gott und Anthos = Blüte.

Die Gartennelke wird wissenschaftlich als Dianthus caryophyllus bezeichnet, die Bartnelke als Dianthus barbatus. Sternmieren gehören zu Gattung Stellaria. Das Gemeine Seifenkraut hat den systematischen Namen Saponaria officinalis, das Leimkraut bildet die Gattung Silene. Wunderblumen bilden die Gattung Mirabilis.

Der Gewürznelkenbaum gehört zur Familie Myrtaceae und wird botanisch als Syzygium aromaticum bezeichnet.

Weblinks/Quellen:

Ergänzende Infos:

Nelken Nelkenpracht
Die Familie der Nelkengewächse gehört zur Ordnung der Nelkenartigen, die zehn bis zwölf Familien und rund 10 000 Arten umfasst.

Gewürznelkenbaum
Der Gewürznelken-Baum aus der Familie der Myrtengewächse erreicht eine Höhe von ungefähr 20 m, bleibt aber meistens kleiner und wird etwa 100 Jahre alt. Wie die Muskat-Bäume stammen auch die Gewürznelken-Bäume von den Molukken, wo sie heute noch angebaut werden.

Gewürznelken am Baum
Die Knospen verfärben sich vom Grün zum Rosa und geben, wenn man ihnen Gelegenheit zum Öffnen lässt, 4 weisse, auf einem rötlichen Blütenboden stehende Blütenblätter frei, die ein dichtes Büschel langgestielter Staubbeutel umgeben.

Gewürznelken
Aus den Gewürznelken kann durch wiederholte Destillation das so genannte Nelkenöl gewonnen werden. In der Zahnmedizin dient es zur Anästhesie und manchmal auch als Antiseptikum. Ausserdem wird es in Parfüms und Seifen verwendet.

rote Nelke
Die Nelken-Revolution: GO!

 

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Quellen: Microsoft Encarta 2005, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)