Die Pflanze
des Monats Juli:
Der Rittersporn
Pflanzen Sie Rittersporn
in Ihren Garten und Sie erleben das blaue Wunder. Es gibt wohl kaum eine Blütenstaude,
die sich so vielseitig einsetzen lässt und sich in nahezu jede Pflanzung
so harmonisch einfügt wie der Rittersporn.
Der Rittersporn gehört zur Gattung der Hahnenfussgewächse mit etwa
250 Arten in der nördlichen Hemisphäre. Die Blüten der Pflanzen
bestehen aus fünf grossen Kelchblättern und vier bis sechs lang gespornten
Blütenblättern im Zentrum. Einige Arten erreichen eine Höhe von
2,5 Metern. Als Zierpflanzen werden vor allem verschiedene Sorten des aus
dem Mittelmeergebiet stammenden Garten-Ritterspornes kultiviert. Einige Wildformen,
wie etwa der einheimische Feld-Rittersporn, enthalten giftige Alkaloide wie
Aconitin, die schwerwiegende Vergiftungen hervorrufen und bei äsenden Tieren
sogar zum Tod führen können.
Es ist dem Fleiss zahlreicher
Züchter zu verdanken, dass es heute so viele Rittersporn-Sorten gibt. Ihren
Anfang nahm die Züchtung des Gartenrittersporns im 19. Jahrhundert. Züchter
aus Frankreich, England, Deutschland und den Niederlanden trieben die Entwicklung
kräftig voran. England nahm dabei eine führende Rolle ein. In den
USA gab es jedoch Probleme mit den grossblumigen Sorten aus England. Sie waren
an das milde britische Klima angepasst und wollten unter den sommerheissen und
trockenen Bedingungen Nordamerikas nicht gedeihen. Das war für die Züchter
in Nordamerika Anlass, eigene Sorten zu züchten. Entstanden sind daraus
die Pacific-Hybriden, die sich durch grosse Blumen auszeichnen, zum Teil aber
leider kurzlebig sind.![]()
Bedeutend für den mitteleuropäischen Raum sind heute zahlreiche deutsche Züchtungen, die besonders dem Engagement Karl Foersters zu verdanken sind. Dem bekannten Staudenzüchter war es nicht allein ein Anliegen Rittersporn mit reinen Farben zu züchten, für ihn waren auch Standfestigkeit, Langlebigkeit und Wiederstandsfähigkeit gegen Mehltau wichtige Zuchtziele. Ein weiterer Vorteil: die Sorten kommen mit unserem Klima besser zurecht als die empfindlicheren englischen Sorten.
Die Züchtung des Rittersporns schreitet weiter voran. In die blaue Farbpalette haben sich mittlerweile weisse und rosafarbene Sorten eingereiht. Gelbe und rote Sorten zu züchten, die zudem auch standhaft und gesund sind, ist bislang ein unerreichtes Ziel.
Der Grossteil der im Handel befindlichen Gartenrittersporne lässt sich drei verschiedenen Gruppen zuordnen. Die Sorten der Belladonna-Gruppe sind reich verzweigt und werden 80 - 140 cm hoch. Die Blütenrispen, die aus kleinen Einzelblüten bestehen, sind locker verteilt aufgebaut. Der erste Flor setzt im Juni ein und hält sich bis Juli. Erfolgt direkt nach der Blüte ein Rückschnitt der Pflanze bis auf 20 cm Höhe, zeigt sie im Herbst einen weiteren Blütenflor.
Rittersporne der Elatum-Gruppe wachsen straff aufrecht und überragen die meisten Sorten der Belladonna-Gruppe mit einer Höhe von 140-200 cm. Ihre Blütenrispen sind in der Form kerzenartig und dicht mit Einzelblüten besetzt. Der erste Flor setzt je nach Sorte von Juni bis August ein. Auch diese Gruppe bringt nach einem Rückschnitt einen zweiten Blütenflor, der dem Garten im Herbst zusätzlich Farbe verleiht.
Sorten der Pacific-Giant-Gruppe heben sich mit sehr grossblumigen, üppigen und zum Teil halbgefüllten Blüten hervor. In der Floristik nutzt man sie deshalb gern als Schnittblume. Der erste Flor beginnt im Juni/Juli, der zweite nach Rückschnitt im September/Oktober.
Der kräftige Wuchs des Gartenrittersporns, seine auffallende Erscheinung und seine Fähigkeit verschiedene Aspekte einer Pflanzung zu verbinden kommen am besten zur Geltung, wenn ihm genügend Platz eingeräumt werden kann. Auflockernd und zugleich Struktur gebend wirkt sein Laub, das je nach Sorte mehr oder weniger tief geschlitzt ist.
Gartenrittersporn wächst optimal in frischen, durchlässigen, tiefgründigen Gartenböden in sonniger windgeschützter Lage. Auf trockeneren Standorten und während Trockenperioden benötigt er in der Vegetationszeit zusätzliche Wassergaben.Der Boden sollte auch im Winter gut durchlässig sein, da Staunässe den Pflanzen schadet.
Man pflanzt Rittersporn
von September bis März in fruchtbaren, gut entwässerten aber feuchten
Boden, am besten in Gruppen von 3 bis 6 Exemplaren. Der Boden sollte grosszügig
mit einer Mulchschicht bedeckt werden. Im April sollte man die Pflanzen anbinden.
Nach der Blüte kann man die Pflanze bis auf 10 cm über dem Boden
abschneiden, gut giessen und düngen, so dass von August bis Oktober eine
zweite Blüte erscheint. Alle Stengel schneidet man im Herbst in Bodenhöhe
ab.
Im Frühjahr den Rittersporn bodeneben zurückschneiden und mit Volldünger, Blumendünger oder Kompost düngen. Den jungen Austrieb vor Schneckenfrass schützen. Ist die Pflanze gut mit Nährstoffen und Wasser versorgt, wird sie im Sommer selten von Mehltau (weisser Pilzbelag) befallen. Nach der ersten Blüte die Pflanze auf 20 cm zurückschneiden und nochmals düngen das fördert die Entwicklung des Rittersporns und seinen Herbstflor.
Bei den Ritterspornsorten aus der Pacific-Gruppe kann es vorkommen, dass Triebe sich bei Wind und Regen nicht aufrecht halten können und sie daher abknicken. Um das zu vermeiden pflanzen Sie die Stauden möglichst an einen windgeschützten Standort. Ausserdem die Pflanzen unbedingt stützen. Als Stützhilfe bieten sich spezielle Pflanzenstützen an, die im Hauenstein Garten-Center erhältlich sind. Aber auch andere dazugepflanzte Stauden können dem Rittersporn mehr Halt geben. Zusätzliche Eigenstabilität bilden die Pflanzen aus, wenn sie vor der ersten Blüte (gegen Ende April) nochmals um die Hälfte eingekürzt werden. Als Folge verzögert sich lediglich die Blütezeit und die Pflanze wächst nicht so hoch.
Dioscurides beschreibt eine Ritterspornart als Gegengift sowie als Mittel zur Empfängnisverhütung, und über eine andere Art lesen wir, dass sie in der Lage sei Skorpione zu lähmen, wenn man ihnen das Kraut vorhält oder es auf sie drauf legt.
Im Mittelalter galt die
Pflanze als Wundheilmittel und als Heilkraut bei Augenleiden. Hieronymus Bock
empfiehlt die Pflanze ferner gegen Harnsteine und auch als Gegengift bei Schlangenbissen.
Auch bei Tabernaemontanus ist vermerkt: «Alle rechtgeschaffene Wundärzte
brauchen auch die Rittersporen zu ihren Wundtränken ... Ein guter Tranck
für die grossen Wurm im Leibe / die sonst mit keiner Arzney können
oder mögen ausgetrieben werden ... Der Safft von Rittersporen in die Geschwär
der Augenwinckel gethan / reiniget und heilet dieselben.»
Rittersporne bilden die Gattung Delphinium der Familie Ranunculaceae. Der botanische Name des Garten-Ritterspornes lautet Delphinium orientale, der Feld-Rittersporn heisst Delphinium consolida.
Ihren deutschen Namen erhielt der Rittersporn seines langen Blütensporns wegen. Weitere Bezeichnungen waren Hornkümmel, Lerchenklau, Adebarsnibben und Kreienfot.Der Gattungsname, bzw. der Artname Consolida kommen vom lateinischen consolidus für fest. Delphinium stammt aus dem griechischen und soll auf die Ähnlichkeit der Rittersporblüte mit dem Delphin hinweisen.Die Artnamen regalis und elatum sind lateinischen Ursprungs. Regalis heisst königlich und elatum bedeutet hoch.
Archiv
Monatspflanzen seit Juli 2000: GO!
Ergänzungen
zur
Monatspflanze:

Blau
ist nicht gleich Blau - dafür sind
weltweit rund 5000 registrierte Sorten des Rittersporns der lebende Beweis.
Die eine Sorte blüht dunkelviolett, die andere hellblau mit weissem Auge
oder mittelblau mit rosa Tönen und schwarzem Auge - allerdings sind nur
wenige dieser unzähligen Sorten im Handel erhältlich. Wem die Farbe
Blau nicht zusagt, der kann im übrigen auf Rosa oder Weiss ausweichen,
denn in diesen Farben gibt's den Rittersporn auch.

Rittersporn
enthält giftige Alkaloide, die in ihrer Form denen des Eisenhutes ähneln,
aber eine schwächere Wirkung zeigen. Besonders Kinder sind gefährdet,
die Samen oder Blätter unserer Gartenformen zu sich nehmen.
Die Vergiftungs-erscheinungen sind Magenreizungen mit Durchfall, Bewegungs-störungen und nervöse Symptome. Die Giftstoffe greifen auch die Herzmuskulatur an und erzeugen Hautreizungen. Die höchsten Giftgehalte weisen der Garten-Rittersporn und der Hohe Rittersporn auf.

Der
Rittersporn ist bedroht!

Rittersporn
findet heute keine medizinische Anwendung mehr.
Früher nutzte man seine harn- und wurmtreibende Wirkung.

Der
Feldrittersporn wächst auch wild an Wegrändern und Äckern in
Mittel- und Südeuropa, ist aber selten geworden.Den Hohen Rittersporn findet
man ebenfalls selten in lichten Wäldern der Alpen
