zurück: Fenster schliessen

Die Pflanze des Monats März 2007: Die Robinie

Die Robinie ist ein sommergüner Baum, der bis zu 25 Meter hoch wird und einen Stammdurchmesser von einem Meter erreicht. Im Spätfrühling entwickeln sich duftende weisse Blüten. Die Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia) – sie wird auch Falsche Akazie, Scheinakazie oder Silberregen genannt – hat wenig Arten und gehört zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler in der Familie der Hülsenfrüchtler.

Sie ist in den Bergen der östlichen Hälfte der Vereinigten Staaten heimisch, wird heute aber auch in anderen Gebieten angepflanzt. Sowohl in Europa als auch in neu besiedelten nordamerikanischen Verbreitungsgebieten wächst sie inzwischen auf Standorten, die wesentlich trockener sind als die in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet. In der Schweiz befindet sich die Hälfte der Robinien auf der Alpensüdseite; hauptsächlich in langdauernden Pionierwaldstadien auf flachgründigen Böden sowie im Auen- und Schwemmlandgebiet grösserer Fliessgewässer.

Die Robinie wurde 1602 von Europa nach Europa eingeführt, wo man sie wegen ihrer attraktiven Blüten und ihrer gefiederten Blätter als exotisches Ziergehölz in Parks angepflanzt  hatte. Jean Robin – der Hofgärtner der französischen Könige Heinrich III., Heinrich IV. und Ludwig XIII. – brachte sie nach Paris, wo im Jardin des Plantes vor der Nordfassade der Kirche St. Julien-le-Pauvre, unweit der Notre-Dame von Robin gepflanzte Exemplare als älteste Bäume der Stadt angesehen werden.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts begann man, die Robinie auf armen Standorten anzupflanzen. Es bestand die Hoffnung, der zuvor durch jahrhundertelange, ungeregelte – in Waldvernichtung resultierender – Übernutzung entstandenen Holznot durch den Anbau der Robinie kurzfristig begegnen zu können. Zwei Eigenschaften begünstigten ihre rasche Verbreitung: Die Robinie stellt nur geringe Anforderungen an den Boden und ist damit eine geeignete Baumart für die Wiederaufforstung von durch Übernutzung zerstörten Wäldern, und sie ist eine Pflanze, die eine weitere Bodenerosion verhindert. Sie wird deshalb für Aufpflanzungen in Sandgebieten bis heute genutzt.

nach oben

Nutzung

Die umfangreiche Verbreitung, die dieser Baum dann gefunden hat, ist auf die wirtschaftlich attraktive Holznutzung zurückzuführen. Das gegen Holzfäule widerstandsfähige Holz ist gleichzeitig biegsam und fest und wird im Schiffs- und Möbelbau, als Grubenholz, als Schwellenholz, sowie im Bogenbau verwendet. Es gilt als widerstandsfähiger und dauerhafter als Eichenholz. Da das Holz aufgrund seiner Eigenschaften eine Alternative zu Tropenholz darstellt, wird seine Verwendung derzeit weiter forciert. In einigen Gebieten Ungarns und der Slowakei ist die Robinie mittlerweile der wichtigste Forstbaum, wobei hier bevorzugt Zuchtformen angebaut werden, die gradstämmiger als die Art sind. Auch in Südkorea wird die Gewöhnliche Robinie in sehr grossem Masse angebaut.

Die Gewöhnliche Robinie liefert sehr reichhaltig Nektar, dessen Zuckergehalt zwischen 34 und 59 % liegt. Robinien werden deswegen auch von Imkern gezielt angepflanzt. Der Honig hat eine helle Farbe und bleibt aufgrund seines hohen Anteils an Fructose sehr lange flüssig. Er wird unter der Bezeichnung „Akazienhonig“ verkauft. Zu den Ländern, in denen sie neben der forstwirtschaftlichen Nutzung sehr intensiv als Imker pflanze genutzt wird, zählen Frankreich und Ungarn.

In der Homöopathie verwendet man eine Essenz aus der frischen Rinde bei Übersäuerung des Magens und bei Migräne

Aufgrund ihrer Eigenschaften als streusalz- und emissionsresistente Baumart ist die Robinie ein wertvoller Baum, der häufig besser als einheimische Arten für eine Begrünung von schwierigen urbanindustriellen Standorten geeignet ist.

Obwohl die Robinie eine gern angebaute Baumart in der Forstwirtschaft ist und eine Alternative zu importiertem Tropenholz darstellt, wird sie von Naturschützern gelegentlich als problematisch betrachtet, da sie die Biodoversität bestimmter Standorte bedrohen kann: Sei kann die Luftstickstoff binden, den Boden damit anreichern und chemisch verändern. Dadurch werden besonders schützenswerten Magerstandorten überdüngt –Magerstandorte, die meistens eine interessante und an seltenen Arten reiche Vegetation aufweisen. Zudem beschatten die Robinien artenreiche Halbtrockenrasen. Ohne Licht und durch die Konkurrenz der stickstoffliebenden Gräser gehen viele seltene Kräuter und Orchideen und die auf sie angewiesenen Tiere ein. Versucht man die Robinie zu bekämpfen, sollte man sie keinesfalls fällen, denn dies führt zu starkem Stockausschlag und Wurzelbrut und somit zur Vergrösserung und Stabilisierung des Bestandes. Mehr zur problematischen Seite der Robinie finden Sie hier… und auch hier...

nach oben

Giftigkeit

Die Pflanze enthält vorwiegend in ihrer Rinde giftige Eiweisse, sogenannte Toxalbumine. In geringem Umfang enthalten auch die Blütenöle das giftige Piperonal.
Kinder, die Rinde oder Samen kauen sind im Besonderen gefährdet – vor allem, weil die Rinde süsslich riecht und schmeckt. Die ersten Symptome einer Vergiftung können schon nach der Aufnahme von vier Samen und etwa einer Stunde auftreten: Übelkeit und Erbrechen, Magenschmerzen, Krämpfe und Durchfall, Schwindel und starke Müdigkeit, auch die Pupillen können sich weiten.

Beim Bearbeiten des Holzes kann es durch Einatmen des Staubes ebenfalls zu Vergiftungen kommen. Trotz allem sind Vergiftungen mit der Robinie recht selten.

Die Gewöhnliche Robinie ist auch für Pferde, Hunde, Nager, Katzen und Vögel giftig. Vergiftungssymptome sind hier Speichelfluss, Erregung und danach Teilnahmslosigkeit, erhöhter Puls, erweiterte Pupillen, gelbe Schleimhäute, Magen- und Darmentzündungen mit Krämpfen, Störung des Gleichgewichts, krampfartiges Zucken, Schädigung von Leber und Nieren, Harndrang und auch Blindheit.

nach oben

Systematische Einordnung / Name

Robinien bilden die Gattung Robinia der Familie Leguminosae. Die Robinie trägt den wissenschaftlichen Namen Robinia pseudoacacia.

Der wissenschaftliche Artname pseudoacacia bedeutet soviel wie Scheinakazie, da sie (eine irreführende) Ähnlichkeit mit afrikanischen Akazienarten aufweist. Den Namen Scheinakazie trägt sie auch heute noch, ausserdem nennt man sie Falsche Akazie. Die gelegentliche Verwendung des Namens Silberregen ist auf die traubenförmigen weissen Blütenstände des Baumes zurückzuführen.

Den Namen Robinie erhielt die Pflanze nach dem französischen Hofgärtner Jean Robin. Er erhielt 1601 die ersten Robiniensamen aus Amerika und es gelang ihm daraus Pflanzen zu ziehen.
Der Artname pseudoacacia

Weblinks/Quellen:

nach oben



Legende Die Robinie wächst als Baum, wird bis zu 25 m hoch und erreicht einen Stamm-
Durchmesser bis zu 1 m.


Legende Die Blüten des Baumes erscheinen in den Monaten Mai bis Juni. Jeweils 10 bis 25 der stark duftenden Blüten hängen in zwischen 10 und 25 Zentimeter langen Trauben.  Sie  bieten reichlich Nektar und werden daher von vielen Insekten aufgesucht.


Legende
Die «Casque Rouge» wird 6–10 Meter hoch und hat rosavioletter Blüten


Legende
Die weissen, manchmal auch gelblichen oder rosafarbenen Blüten  hängen in dichten Trauben und verströmen einen starken Duft. Die Blütezeit ist von Mai - Juni. Im Herbst entwickeln sich dann die Samen in rotbraunen Hülsen, die mitunter bis zum nächsten Frühjahr am Baum hängen bleiben.


Legende Die langen, papierähnlichen Hülsen enthalten harte Samen, die Lectine enthalten. Das sind Moleküle, die sich aus Eiweiss und Kohlehydrat-Bausteinen zusammensetzen. Das Lectin RPA-I hat einen Zuckeranteil von 11,6%, das Lectin RPA-II einen von 4,3%.

Die Baumart blüht und fruchtet bereits im sechsten Lebensjahr, und ihre Samen sind sehr lange keimfähig. Die Dauer der Keimfähigkeit wird auf bis zu 30 Jahre geschätzt. Zur Keimung benötigen die Pflanzen jedoch sehr viel Sonnenlicht.

nach oben

Quellen: Microsoft Encarta 2005, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)