zurück: Fenster schliessen

Die Pflanze des Monats März 2004:
Der Spargel

Der Spargel gehört zur Gattung der Liliengewächse, von denen es 600 Gattungen und über 3500 Arten gibt. Hierzu gehören auch die uns bekannten Lilien, Schusterpalmen, Herbstzeitlose, Maiglöckchen und viele andere mehr. Als Kulturpflanze von besonderer Bedeutung ist der Gemüse-Spargel, der bereits im alten Äypten angebaut wurde.

Die Pflanze entwickelt unauffällige Blüten, die Früchte sind rote Beeren. Gemüse-Spargel gedeiht am besten in frischem Sandboden. Gewöhnlich wird der so genannte Bleichspargel angebaut. Dazu häuft man Erde in den Beeten an, damit sich bleiche Sprosse entwickeln. Daneben gibt es den würzigeren Grünen Spargel, von dem man die etwa 20 Zentimeter langen, oberirdischen Triebe erntet.

Anbaumethoden, Ernteverfahren und klimatische Bedingungen wirken sich auf den Säuregehalt aus. In 100g Bleichspargel sind im Durchschnitt 92,9g Wasser, 2,1g Proteine, 0,2g Fette, 4,1g Kohlenhydrate und 0,7g Mineralstoffe enthalten. An Vitaminen sind A, B1 und C vorhanden. Ebenso Spuren von Vitamin E und K.

Der besondere Spargelgeschmack entwickelt sich in Abhängigkeit von Bodenqualität, Wasser und Sonneneinstrahlung. Da der unterirdische Spross (bekannt als "Bleichspargel") gestochen und als Gemüse verzehrt wird, sind besonders die Wachstumsbedingungen für dieses Organ von Bedeutung. Dabei hat sich herausgestellt, dass hier der Bodentemperatur eine ausserordentliche Bedeutung zukommt.

Bei einer Bodentemperatur von 12' C beginnt der Spargel zu wachsen. Die ideale Aussentemperatur für den geschmackvollen, süsslich schmeckenden Spargel liegt bei einer Durchschnittstemperatur von 20' C.

 Heilpflanze und Schlankmacher

Die Verwendung des Spargels lässt sich bis etwa 3000 Jahre vor Christus zurückverfolgen. Damals wurde er vor allem als Heilmittel gegen Husten, Hauterkrankungen und zur Herzstärkung eingesetzt. Auch Hippokrates beschreibt etwa 460 v. Chr. die heilbringende Wirkung von Spargeln. Im Mittelalter wurden Wurzelteile, Sprosse aber auch das Spargellaub oftmals in Wein getunkt und dann anschliessend verzehrt.

Noch heute wird behauptet, dass junge Spargelsprosse in Wein getunkt und dann reichlich gegessen, Linderung bei Gelbsucht oder verstopfter Leber bringen sollen.

Dem Spargel wird weiter nachgesagt, dass er – in grossen Mengen verzehrt – bei Männern die Lust erhöht.

Und einen guten Einfluss hat Spargel überdies auf den Bluthochdruck. Dies wegen seiner entwässernden Wirkung, die wiederum mit der Nierenanregung durch die enthaltene Asparaginsäure zusammenhängt. Bei Nierenentzündung sollte man indes auf Spargel verzichten. Hingegen ist der Spargel für Diabetiker und zur Frühjahrskur ideal, denn sein Kaloriengehalt ist gering.

Am bekanntesten ist die harntreibende Wirkung von Spargel und der besondere Geruch des Urins nach einem guten Spargelessen. Es wird vermutet, dass die in den Sprossachsen Schwefel-haltige Verbindungen bzw. ihre Abbauprodukte aussergewöhnlich riechen.

Zwischen grünem und weissem Spargel gibt es keine grossen Unterschiede, grüner Spargel enthält mehr Bitterstoffe und mehr Vitamin C und besitzt einen intensiveren Geschmack.

  Der Spargel ist eine Giftpflanze – aber nur die roten Beeren des Spargellaubes sind giftig. Sie enthalten mehrere Furostanol- und Spirostanolglykoside, der Samen den Bitterstoff Spargin. In den Sprossachsen wurden schwefelhaltige Verbindungen nachgewiesen, die für gelegentlich vorkommende Hautreaktionen mitverantwortlich gemacht werden. Nach Verzehr von mehreren (ab 5-7) der reifen Beeren kann es zu Erbrechen und Bauchschmerzen kommen. Bei besonders empfindlichen Personen treten aber auch nach dem Schälen von Spargeln allergische Reaktionen mit Reizung der Haut, der Augen und Schnupfen auf. Auch Asthmaanfälle sind schon vorgekommen.

 4000 Jahre Spargelgeschichte:

Der Ursprung des Spargels liegt vermutlich in Vorderasien. Dort wächst er in sandigen Meeresdünen und feuchtsandigen Flusstälern. Von hier aus verbreitete er sich nach West-, Mitteleuropa und Nordafrika. Mehr dazu finden Sie hier...

 Spargelrezept. Der Spargel ist eine von rund 300 Arten der Gattung der Liliengewächse. Er wurde schon in der Antike von Ägyptern, Römern und Griechen angebaut. Das erste Spargelrezept, verfasst vom Römer Apicius: GO!

 Systematische Einordnung

Spargel gehört zur Familie Liliaceae. Der Gemüse-Spargel trägt die botanische Bezeichnung Asparagus officinalis. Der Feder-Spargel wird als Asparagus setaceus klassifiziert.

 Links zum Thema

Noch Fragen? Hier erfahren Sie noch mehr über den Spargel:

 

 Ergänzende Infos:

  Die Spargelsaison beginnt Mitte April, Anfang Mai und endet im Juni. Spargelbeete können bis zu 20 Jahre genutzt werden. Frankreich, Griechenland, Italien und Deutschland sind wichtige europäische Spargelproduzenten.

  Das Rhizom des Spargels (der unterirdische Spross ist dick und derbfleischig) liegt tief unter der Erdoberfläche und sendet sehr lange Wurzeln aus.

  Die Spargelstangen werden erst im zweiten oder dritten Jahr unter der Erde gestochen, kurz bevor sie die Oberfläche erreichen.

  Die Spargelernte. Seit Jahrhunderte werden Spargels gestochen – daran hat sich bis heute nichts geändert. Es ist nach wie vor eine mühevolle Handarbeit.

 

 

Quellen: Microsoft Encarta '99, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)