Die Pflanze des Monats September 2000: Tomate
Die Tomate gehört zur Familie Solanaceae. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Lycopersicon esculentum. Die Tomate ist eine Krautpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse, die in den südamerikanischen Anden heimisch ist. Während man früher annahm, dass Tomaten giftig seien, gehören sie heute zu den am häufigsten angepflanzten und wirtschaftlich bedeutendsten Gemüsepflanzen. In den meisten Gebieten werden sie als einjährige Pflanzen kultiviert. Sie liefern wertvolle mineralische Nährstoffe und Vitamine, insbesondere Vitamin A und C.
Die zahlreichen Varietäten
unterscheiden sich stark im Bau der Pflanze und der Gestalt der Früchte, die
von kleinen johannisbeergrossen Tomaten über kirsch-, pflaumen- und birnenförmige
zu den grossen, fast runden Früchten mit zehn Zentimeter Durchmesser oder mehr
reicht. Von allen Formen gibt es Sorten mit roten und gelben Früchten.
Tomaten werden aus Samen vermehrt. In Gebieten mit gemässigtem Klima werden sie im Allgemeinen zunächst in Gewächshäusern, Frühbeeten oder glasgedeckten Pflanzkästen angezogen und erst ausgepflanzt, wenn die Frostgefahr vorüber ist. Tomaten gedeihen am besten in gut gedüngten, sandigen Lehmböden, sie wachsen aber auch in jedem anderen fruchtbaren, nicht zu feuchten Boden. Die meisten europäischen Märkte für frische und verarbeitete Tomaten werden aus dem Mittelmeergebiet und Nordafrika beliefert. Die im Winter verfügbaren Sorten werden in Florida, Texas, Kalifornien und Mexiko auf dem Feld und im Norden in Gewächshäusern angepflanzt. Ernte und Weiterverarbeitung sind äusserst stark mechanisiert.
Die Forschung richtet sich derzeit darauf, Erträge, Geschmack und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten zu verbessern. Die deutsche Bundesanstalt für Ernährung in Karlsruhe berichtete 1998, der in der Tomate enthaltene Farbstoff Lycopin sowie die ebenfalls enthaltenen Carotinoide unterstützten den Körper beim Kampf gegen freie Radikale. Die Forscher empfehlen daher den regelmässigen Genuss von Tomatensaft.
Nachtschattengewächse ist eine grosse, fast weltweit mit Schwerpunkt in Südamerika vorkommende Familie der Blütenpflanzen, die ungefähr 90 Gattungen und 2 600 Arten umfasst. Die meisten Arten sind krautig, selten handelt es sich um holzige Pflanzen. Zu dieser Familie zählen viele Nutz- und Zierpflanzen, darunter Kartoffel, Tomate, Paprika, Aubergine, Tabak, Petunie und verschiedene Arten der namensgebenden Gattung Nachtschatten. Ausserdem enthält sie viele stark giftige Gewächse. Alle Nachtschattengewächse enthalten giftige Alkaloide, die chemisch hauptsächlich drei verschiedenen Typen angehören: Tropanalkaloide finden sich etwa in der Tollkirsche, dem Stechapfel und im Bilsenkraut, Pyridinalkaloide im Tabak und Steroidalkaloide in mehreren Nachtschatten-Arten.
Eine häufig in Mitteleuropa heimische Art, die an feuchten Wald- und Gewässerrändern vorkommt, ist der Bittersüsse Nachtschatten. Die Blüten der Nachtschattengewächse besitzen jeweils fünf Kelch-, Kron- und Staubblätter und einen einzigen Stempel; die Krone ist meist stern- oder trichterförmig. Als Frucht entwickelt sich bei den meisten Arten eine Beere. Die Blätter der Arten dieser Familie sind recht vielgestaltig, häufig gefiedert und dann aus mehreren elliptischen, unterschiedlich grossen Teilblättchen zusammengesetzt.
Die Blätter und die unreifen
Früchte der meisten Nachtschattengewächse - auch bei vielen als Nahrungsmittel
dienenden Arten - enthalten gefährliche Mengen des Steroid-Alkaloids Solanin.
Das Solanin findet sich z. B. auch in den Trieben und den ergrünenden Stellen
der Kartoffel. Die reifen Beeren sind meist der am wenigsten giftige Teil dieser
Pflanzen, doch kann ihr Genuss auch tödlich sein. Nimmt man eine giftige Menge
des Solanins zu sich, so zeigen sich schwere Verdauungsstörungen, die von Zittern,
Schwächegefühlen, Atemnot und Lähmungen begleitet sein können. Daher sollte
man die Triebe der Kartoffeln sowie die grünen Stellen, die sich manchmal an
den Knollen finden, vor der Zubereitung entfernen. Ausserdem sollte man Kartoffelstängel
und -triebe sowie faule Kartoffeln nicht an Vieh verfüttern. ![]()

Der
Bittersüsse Nachtschatten (Solanum dulcamara) gehört zu den Nachtschatten-Gewächsen.
Er ist an feuchten Waldrändern und in Hecken weit verbreitet. Die für Nachtschatten-Gewächse
typische Blüte besteht aus fünf zurückgeschlagenen Blütenblättern, aus denen
die gelben,
kegelig verwachsenen Staubblätter hervorragen.

Nachtschatten-Gewächse
haben den wissenschaftlichen Namen Solanaceae. Die namensgebende Gattung Nachtschatten
heisst Solanum; zu ihr gehört die Kartoffel (Solanum tuberosum), die Tomate
(Solanum lycopersicum, auch Lycopersicum esculentum), die Aubergine (Solanum
melongena) und der Bittersüsse Nachtschatten (Solanum dulcamara). Der botanische
Name der Paprika ist Capsicum annuum, die Tabakpflanze wird Nicotiana tabacum
genannt, und die Petunien bilden die Gattung Petunia. Die Tollkirsche heisst
botanisch Atropa bella-donna, der Stechapfel Datura stramonium; Bilsenkräuter
bilden die Gattung Hyoscyamus.![]()