Die Pflanze des Monats Januar 2006:
Die Zaubernuss
Ein neues Gartenjahr beginnt – trotz Eis und Schnee. Und schon Ende dieses Monats erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf, mit ersten Schneeglöckchen und Krokussen. Zuvor schon gibt es aber eine Zauber der besonderen Art in manch einem Garten zu bestaunen: eine Pflanze, die mitten im Winter ihre feinen, zerbrechlich wirkenden Blüten öffnet und über mehrere Wochen präsentiert! Der erste Teil ihres deutschen Namens drückt diese Wunder aus: Zaubernuss. Und es verwundert nicht, dass die Zaubernuss auch als «Königin der Winterblüher» bezeichnet wird. (Fast) u nabhängig von den Aussentemperaturen (sie übersteht an geschützten Plätzen Minustemperaturen von bis zu 25 Grad) entfaltet die sie im Winterhalbjahr hübsche gelbe bis gelbbraune Blüten. Jetzt im Spätwinter sind sie am schönsten. Die Pflanze ist denn auch in vielen Gärten und Parks zu finden.
Die Zaubernuss-Gewächse (Hamameliaceae), sind eine alte, bereits Ende der Kreidezeit anzutreffende Familie. Nach dem Aussterben der Dinosaurier waren sie noch im Tertiär auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel verbreitet. Im Verlauf der Eiszeit starben sie allerdings in Europa aus. Die heute noch lebenden rund sechs Hamamelis-Arten kommen aus Nordamerika oder Ostasien (Japan, China). Sie hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Haselnuss, ist jedoch nicht mit ihr verwandt.
Sorten: Am meisten verbreitet ist bei uns die Chinesische Zaubernuss, Hamamelis mollis. Sie wird bis zu 5 m hoch und mindestens so breit. Ihre Blütenblätter sind etwas kräftiger, goldgelb und wohlriechend. Die grossen, eirunden Blätter der Chinesischen Zaubernuss werden im Herbst gelb; ihr im Wind glänzender Silberschimmer gibt der Pflanze im Sommer einen besonderen Reiz.
Im Unterschied dazu sind die Blätter der japanischen Zaubernuss, der Hamamelis japonica, etwas kleiner, breiter und leuchten im Herbst in prachtvollem Rot. Die Blüten der Japanischen Zaubernuss sind etwas feiner und zarter als die der chinesischen Zaubernuss. Im Inneren sind ihre Blüten rötlich bis braunrot.
Die Hamamelis japonica stammt aus den Bergwäldern Japans und gedeiht bei uns gut in voller Sonne und im leichten Schatten hoher Bäume. Ausgewachsen wird sie ein grosser ausladender Strauch, 2-3 m hoch, und ist in ihrer Wuchsform meist etwas bizarr. Die Japanische Zaubernuss ist sehr widerstandsfähig gegen Luftverschmutzung durch Autoabgase und aus Industrieschornsteinen.
Beide, H. mollis und H. japonica, sind wildwachsende botanische Arten. Im Garten sieht man vor allem selektierte Sorten von den beiden Species. Besonders interessant in Blüte und Wuchsform sind die Kreuzungen zwischen den beiden Hauptvertretern der Zaubernuss.
Quelle und weitere Informationen zu den Zaubernussgewächsen
Mehr den Sorten auch unter www.gartenfreunde.ch
Standort: Ein sonniger Standort oder lichter Schatten sind unbedingt erforderlich. Schon Halbschatten dämpft die Wuchs- und Blühfreudigkeit erheblich. Der Boden sollte frisch bis feucht, humos und eher nährstoffreich sein. Trockenheit liebt die Zaubernuss gar nicht. Das wirkt sich schnell auf das Wachstum und Aussehen aus.
Pflege: Hamamelis ist ein anspruchsloser Strauch. Er ist dankbar für eine Kompostgabe im Frühjahr. Bei Trockenheit unbedingt giessen. Ein Schnitt ist nicht nötig, im Gegenteil. Durch einen Schnitt verliert dieser Winterblüher seinen typischen Wuchs, der erst nach vielen Jahren wieder typisch sein wird. Ein Schnitt rechtfertigt sich nur für die Verwendung als Vasenschmuck.
Hamamelis-Pflanzen aus der Baumschule sind ziemlich klein und verhältnismässig teuer, denn um sortenechte Pflanzen zu bekommen, müssen recht aufwändige Veredelungen gemacht werden. Obwohl sie nur langsam wächst, soll man der Zaubernuss im Garten reichlich Platz einräumen. Denn nach zehn Jahren kann sie bereits 2 m breit sein. Am schönsten sieht die Zaubernuss natürlich gewachsen aus. Auch ist sie zu kostbar, um sie zurückzuschneiden. Ältere Pflanzen lassen sich schlecht verpflanzen, deshalb empfiehlt es sich, den Standort sorgfältig auszuwählen.
Quelle und mehr dazu: www.br-online.de
Verwendung
Schon bei den Indianern als Heilpflanze, Arzneimittel und Salben aus Blättern; Medizinische und kosmetische Zwecke, zum Beispiel werden aus ihrer Rinde Extrakte für Penatencreme gewonnen.
1735 gelangte Hamamelis erstmals nach Europa und wird seither in der Kosmetik und vor allem bei Durchblutungsstörungen angewandt. Die Elastizität der Adern wird dank Hamamelis-Tannin gefördert. Daher wirksam bei Krampfadern, Hämorrhoiden, Durchblutungsstörung, vorbeugend gegen Embolien und Thrombosen, müde Beine, Magenschleimhautentzündung, Venenschwäche, Durchfall. Die Durchlässigkeit kann gesteigert werden, insbesondere in Verbindung mit roter Weinrebe oder Rosskastanie. Kann auch bei inneren Blutungen helfen, da Hamamelis gefässverengend wirkt, denn sie ist die beste adstringierende Heilpflanze.
mehr dazu: www.homoeopathiker.de
Mehr zum Thema:
Systematische Einordnung / Name
Zaubernussgewächse bilden die Familie Hamamelidaceae aus der Ordnung Hamamelidales. Die namengebende Gattung der Familie ist Hamamelis (Zaubernuss).
Ergänzende Infos:

Blühende Zaubernuss Hamamelis
Foto: Wilhelm Barthlott

Die Blätter der Hamamelis haben eine gewisse Ähnlichkeit mit jenen der Haselnuss, die Pflanzen sind jedoch nicht miteinander verwandt.

Hamamelis sind sommergrüne, laubabwerfende Sträucher. Der Wuchs ist aufrecht, ausladend. Er kann 2.5 – 4 m erreichen. Diese Höhe wird aber wegen des langsamen Wachstums erst in vielen Jahren erreicht.

Die spinnenähnlichen, duftenden Blüten erscheinen, je nach Witterung und Standort, bereits im Januar an den kahlen Zweigen. Am zweijährigen Holz blüht die Hamamelis meist gelb. Es gibt aber auch Sorten in verschiedenen Rot- und Orangetönen.

Bei Schnee und Kälte rollen sich die Blütenblätter zusammen, um sich wieder zu öffnen, sobald das Wetter wieder freundlicher wird. Das wiederholt sich einige Male, ohne dass die Blüten Schaden leiden. Denn sie vertragen Temperaturen bis Minus 10 Grad Celsius ohne weiteres – in geschützer Lage sogar bis zu Minus 25 Grad.

Im Spätherbst, wenn die Fruchtkapseln reif sind, springen sie mit einem Knackgeräusch auf und schleudern ihre zwei grossen schwarzen Samen, die sich in jeder Frucht befinden, mehrere Meter weit.

Hamamelis ist aus der indianischen Medizin Nordamerikas in die Homöopathie übernommen worden. Die Pflanze gehört zu den wenigen im Winter blühenden Arten.