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Die Pflanze des Monats Januar 2005:
Der Zimtbaum

Ist von Zimt die Rede, denkt man unweigerlich an Zimtsterne, Glühwein, Bratäpfel und andere Desserts – an Zimt als Gewürz. Doch woher stammt es? Aus der abgeschälte und getrocknete Rinde dünner Zweige des in den Tropen heimischen immergrünen Echten Zimtbaumes. Davon gibt es 275 Arten, die alle der Familie der Lorbeergewächse angehören. Aber nur aus etwa einem halben Dutzend dieser Bäume wird Zimt im grossen Stil gewonnen. Die bekanntesten und am häufigsten verwendeten Sorten sind der in China heimische Padang Zimt, auch Cassia vera genannt und der mit ihm verwandte Kassia Zimt. In unseren Breitengraden ist allerdings der aus Ceylon stammender Zimt am beliebtesten, der unter dem Namen Kaneel bekannt ist. Im Gegensatz zu den chinesischen Sorten, welche herber und etwas bitterer sind, ist Ceylon-Zimt hoch aromatisch, fein und etwas süsslich vom Geschmack. Er ist heller und feiner gemahlen als Padang oder Kassia-Zimt. Ceylon-Zimt stammt eigentlich aus Sri Lanka, wird heute aber in vielen anderen tropischen Ländern Südostasiens, in Malaysia, auf Madagaskar und Mauritius, auf den kleinen Antillen und in Brasilien angebaut.

In China wird Zimt seit mindestens 4400 Jahren verwendet, einige Quellen sprechen gar von 6000 Jahren. Und die Ägypter kannten und verwendeten den Zimt schon 1600 v. Chr. als Gewürz und Heilmittel – und sie balsamierten ihre Mumien damit ein. Doch erst Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Ceylon Zimt von den Portugiesen nach Europa gebracht. Ab etwa 1770 wurde er durch die Holländer kultiviert.

 Zimtgewinnung

Der Baum wird bis zu zwölf, manchmal gar 20 Meter hoch. Für die Kultur schneidet man ihn allerdings nach Art der Kopfweiden immer wieder stark zurück um den Austrieb anzuregen und dadurch den Ertrag zu erhöhen. Wenn sich die Rinde braun zu färben beginnt, werden die nun zweijährigen Triebe abgeschnitten. Zur Ernte des Zimts wird die korkige Rinde von den dünnen Zweigen entfernt, danach die innere Rinde mit Messingruten abgeschabt. Diese wird auf einheitliche Länge zugeschnitten, aufgerollt und zum Trocknen ausgelegt – das heisst die Rinde wird zuerst gebündelt unter Matten für 1-2 Tage fermentiert . Danach werden die äussere und innere Rindenschicht entfernt und die verbleibende, gereinigte Rinde an der Sonne getrocknet. Dadurch entsteht die charakteristische Form, die an aufgerolltes, getrocknetes Papier erinnert. Je heller die Farbe und je dünner die Rindenstücke, desto feiner ist der Geschmack.

Zimt wird sowohl in Stangenform wie auch gemahlen verkauft. Doch gemahlenen Zimt sollte man nicht kaufen, da er sehr schnell an Aroma verliert. Ausserdem mischen die Produzenten gern den günstigeren Kassia-Zimt bei, was den feinen Geschmack verfälscht.

 Wirkung und Anwendung  

Die Verwendungmöglichkeiten von Zimt sind vielfältig: in Milchsuppen, Milchreis, Kuchen, Schokoladengetränken, Fruchtsaft, Glühwein, Tee, Honig, Kompott und Cremes. Kassia wird in Asien und im Orient auch zu Fleischgerichten, Pilaws und Curries verwendet. Und das Zimtöl ist in coca-ähnlichen Getränken sowie Limonaden und Kaugummis enthalten und das Öl der Zimtbaumblätter in Kaugummi und Essiggemüse. Ausserdem benützt man es zur Verstärkung von Frucht- oder Schokoladengeschmack in Likören.

Zimt wird des weitern gegen Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden verwendet, da er die Magensaftsekretion und die Motilität des Darms stimuliert. Äusserlich braucht man das ätherische Öl als Einreibung zur Durchblutungsförderung. Es wirkt antibakteriell und fungistatisch – also gegen Pilzbefall. Aber aufgepasst: Es können allergische Haut- und Schleimhautreaktionen auftreten.

Zudem wirkt Zimt lindernd bei Husten und Heiserkeit und gilt als magenstärkendes Mittel. Hippokrates verordnete ihn als Magenmittel, und auch in der Volksmedizin wurde er als Magentonikum empfohlen. In Form von Zimttropfen soll er gegen zu starke Menstruationsblutungen helfen. Zimt wird als Geschmacksmittel in der Pharmaindustrie eingesetzt. Äusserlich angewendet lindert Zimt in warmen Wickeln Gelenkentzündungen, Sportverletzungen und rheumatische Schmerzen. Als Tee zum Anregen des Kreislaufs:

 Zimt statt Insulin?

Ganz neu ist auch die Erkenntnis, dass der im Zimt enthaltene Wirkstoff MHCP den Blutzuckerspiegel senke, da dieser Wirkstoff, ähnlich wie Insulin wirkt; laut einem Spiegel Artikel soll er die Aufnahme von Glukose in die Zellen verstärken. Eine langfristige Wirkung mit Diabetikern befindet sich im Testverfahren. Mehr dazu...

Mehr zum Thema finden Sie auch auf der Website zu den Gewürzen aus aller Welt so duftet Weihnachten...

 Systematische Einordnung:

Zimtbäume gehören zur Familie Lauraceae. Der eigentliche Zimtbaum oder Ceylonzimtbaum heisst botanisch Cinnamomum zeylanicum.

 

 

 Ergänzende Infos:


Der Zimtbaum: Die von den Lorbeergewächsen stammende, wild wachsende Pflanze wird bis zu 20 Meter hoch. Der immergrüne Ceylon-Zimtbaum wird aber niedrig als Strauch kultiviert.


Seine Blätter sind ledrig und er hat gelbe Blüten.


Zimtblüthe.
Zimt ist eine immergrüne Pflanze, die in Sri Lanka und im tropischen Indien beheimatet ist.


Aus der Rinde und dem Kelch der Frucht wurd durch Destillation ein etherisches Öl gewonnen. Die getrocknete Rinde dient zur Herstellung der Zimtstangen.

Im Idealfall ist Stangenzimt aus vielen dünnen
ineinander gesteckten Rindenstücken aufgebaut.


Zimt hat ein charakteristisches, stark duftendes Aroma und einen süsslich durchdringenden Geschmack.

Quellen: Microsoft Encarta 2005, «Mein schöner Garten», diverse Websites zum Thema (mit jeweiliger Verlinkung)